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Anjas EFD in Finnland

Mit 23 Jahren half Anja als Kleinkinderzieherin in Finnland, Kokkola mit. Sie war vom 26.02 – 04.09.2015 dort.

Warum EFD?

Der EFD bietet eine gute Möglichkeit kostengünstig ins Ausland zu gehen. Mit dem europäischen Freiwilligendienst ist man begleitet kann aber trotzdem selbständig sein.

Wie bist du bei der Projektsuche vorgegangen?

Ich habe mich im aha am Tag der offenen Tür über verschiedene Möglichkeiten zu Auslandsaufenthalten informiert. Leider  waren die Freiwilligenangebote für ein halbes Jahr ziemlich teuer und ich dachte schon ich könne nicht gehen. Das EFD Angebot von Erasmus+ JUGEND IN AKTION hat mich schlussendlich überzeugt, da die Kosten vom EU Programm gefördert werden und das Projekt in Finnland sehr interessant und spannend wirkte.

Warum Finnland?

Eigentlich wollte ich irgendwo in den Süden in die Wärme, damit auch etwas Urlaubsfeeling aufkommt. Da sich mir das Projekt in Finnland aber gerade so angeboten hat, habe ich spontan zugesagt.

Mit welchen Erwartungen / Vorurteilen / Wünschen bist du ins Ausland gegangen?

Ich wollte viele Leute kennenlernen. Zu Beginn kam ich aber nur in Kontakt mit drei Leuten, was  dann für mich zuerst schon etwas enttäuschend war.  Durch die verschiedenen Trainings wurde es dann aber schnell ganz anders.

Was war dein absolutes Highlight?

Das on Arrival Training war für mich ein schönes Erlebnis und von dort an gefiel es mir dann immer besser.

Wie ging es dir mit der Sprache?

Die meisten sprechen Englisch und das Niveau ist sehr hoch. Bei mir war es so, dass ich gerne Finnisch gelernt hätte aber leider kein Sprachkurs zu Verfügung stand. Der Sprachkurs in Kokkola beginnt jeweils im September.

Ein Sprachkurs wäre sicher auch eine gute Möglichkeit gewesen Leute kennenzulernen. Das war schon ein bisschen  schade.

Wie sah dein Tagesablauf aus?

Arbeiten dann nach Hause :-D. Ich durfte meinen EFD im Kindergarten von Kokkola machen. Die Arbeit hat mir viel Spass gemacht auch wenn ich gern mehr gemacht hätte bzw. meine Ansprüche höher waren, da ich gelernte  Kleinkindererzieherin bin.  In den Sommerferien konnte ich in der Villa Elba Sommercamps mitleiten, das war richtig toll. Zwischendurch arbeitete ich auch im Büro mit. Ich bin mir nun ganz sicher, dass ein Bürojob für mich absolut nicht geeignet wäre.

Wo bzw. wie hast du gewohnt?

Ich hatte eine Wohnung mit drei anderen Freiwilligen zusammen. Nach drei Monaten kamen dann drei andere Freiwillige. Wir waren ein buntgemischter Haufen aus  England, Frankreich, der Slowakei, Deutschland, Irland und Liechtenstein.

Wie sah deine Freizeit aus?

Fünf Monate war das Wetter richtig schlecht und man konnte leider nicht viel draussen unternehmen. Es gab viele Möglichkeiten aber nur mit dem Taschengeld kommt man leider nicht weit. Anfangs ging ich ins Fitnesscenter oder wir waren schwimmen. Wir haben öfters zusammen gegrillt und Karten gespielt. Beim Kartenspielen haben wir uns gegenseitig verschiedene Arten von Spielen beigebracht. Ab und zu gingen wir in die Sauna, was in Finnland ziemlich jeder macht. Ab und zu gingen wir auch aus, ins Kino oder wir machten unsere eigenen Filmabende. Sehr cool war, dass unsere Gastfamilie ein Ferienhaus und einen eigenen Jet Ski hatte, welchen wir benutzen konnten.

Wenn es Schwierigkeiten gab, an wen hast du dich gewendet?

Ich hatte zum Glück keine Schwierigkeiten aber eine Mentorin stand mir immer zur Verfügung. Meine Mentorin war super lieb und half mir bei verschiedenen Sachen wie bspw. mit der Anmeldung auf der Gemeinde etc.

Wie ging es dir mit den kulturellen, gesellschaftlichen und sonstigen Unterschieden?

Finnland ist nicht so anders wie Liechtenstein finde ich. Auch im Ausgang war es sehr ähnlich, die Leute sind ziemlich distanziert. Auf der Strasse wird nicht gegrüsst was bei uns wiederum familiärer ist.  Ich habe den Eindruck, dass in Kokkola die Arbeitszeit sowie das System innerhalb familienfreundlicher ist und bei uns der gesellschaftliche und schulische Druck grösser als in Kokkola ist.

Hast du auch schlechte Erfahrungen während deinem Auslandsaufenthalt gemacht?

Schlechte Erfahrung nicht direkt. Ich war ab und zu alleine, was aber nicht unbedingt schlecht war, da ich Zeit für mich und meine Gedanken hatte. Es war schwierig neue Leute, vor allem Finnen, kennen zu lernen.  Ich denke in südlichen Ländern, Bspw. in Spanien, sind die Leute offener und man lernt viel schneller Leute kennen.

Was ist deiner Meinung nach sehr typisch für Finnland?

Die Finnen haben mir auch gesagt, wenn dich jemand fragt, wie es dir geht, dann sind sie auch wirklich daran interessiert. Es gibt in Finnland keinen Smalltalk.

Inwiefern hat dich deine Auslandserfahrung verändert?

Mein Blickwinkel für wirklich wichtiges hat sich verändert. Es fällt mir auf, wie man oft über sinnlose Themen diskutiert. Meine Pläne für die Zukunft haben sich auch total verändert. Ich möchte noch so viel von der Welt sehen, im Ausland arbeiten und auf meinen weiteren  Reisen noch vieles Erleben. All das konnte ich mir vor meinem EFD nicht vorstellen.

Was sind nun deine weiteren Pläne?

Ich möchte jetzt arbeiten und mir ein bisschen was zusammenzusparen für meine nächste Reise. Ich habe jetzt erstmal einen neuen Job in der Nähe gefunden und alles Weitere wird sich dann ergeben. Ich bin total motiviert und glücklich nach Hause zurückgekommen.

Was empfiehlst du anderen, die einen Freiwilligendienst machen wollen?

Jeder der die Möglichkeit hat zu gehen soll es auf jeden Fall tun. Ein EFD ist eine tolle Sache und ich bin sehr glücklich, dass ich es gemacht habe.