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Sie sind hier:StartseiteARBEITSoziale EinsätzeErfahrungsberichteNoam half in Finnland

Noam half in Finnland

Noam erzählt über den von ERASMUS+ Jugend in Aktion geförderten Freiwilligendienst.

Was war deine Hauptmotivation, einen EFD zu machen?

Ich war gerade auf Stellensuche und ein guter Freund „Jesse“, der in einer ähnlichen Situation war, erzählte mir vom aha in Schaan und wir informierten uns dort. Ich wollte einfach Mal weg aus dem Rheintal und neue Leute kennen lernen. Da mein Budget nur begrenzt war, habe ich mich für den Freiwilligendienst entschieden.

Weshalb hast du dir Finnland dafür ausgesucht?

Die Idee kam von Jesse, der unbedingt nach Finnland wollte. Viele Leute hatten uns Finnland empfohlen, weil sie dort sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Ich wollte einfach nicht in den Süden, da ich schon in Frankreich, Italien und Griechenland war. Der Norden war für mich noch Neuland. Wir fanden auch ziemlich schnell ein Projekt, das uns beide interessierte und wir sendeten eine Bewerbung.

Hattest du vor der Abreise Bedenken/Unsicherheiten? Falls ja, welche?

Ich hatte keine Bedenken oder Unsicherheiten. Die ganze Reise war gut durchgeplant. Wir hatten schon ersten Kontakt mit dem Mentor unserer Host-Organisation und freuten uns sehr auf unser neues Zuhause. Mein Freiwilligendienst ging nur drei Monate von Anfang Mai bis Ende Juli. Anfangs dachte ich drei Monaten sollten reichten, doch ehrlich gesagt, bin ich erst nach diesen drei Monaten richtig in Finnland angekommen. Wenn ich noch einen Freiwilligendienst absolvieren könnte, würde ich mindestens sechs bis zwölf Monate machen.

Welche Aufgaben hattest du bei deiner Aufnahmeorganisation?

Wir hatten eine kleine Wohngemeinschaft, die etwa 100 Meter neben dem Jugendtreff war. François - ein weiterer Freiwilliger aus Frankreich - war mit uns beim gleichen Projekt im Einsatz. Wir gingen in Jugendtreffs und spielten mit den Jugendlichen Billard, tauschten Musik aus. Wir machten eine Freestyle-Session mit Beat-Box oder eine Jamsession mit Gitarre und Trommeln. Wir präsentierten unsere Kultur und unser Land.

Wir arbeiteten in Afternoon-Clubs (Nachmittagsbetreuung) für Kinder zwischen sechs und neun Jahren, die dort nach der Schule ihre Zeit verbrachten. Dort haben wir mit den Kindern gespielt und gebastelt.

Wir organisierten gemeinsam mit einer kleinen Gruppe junger Leute aus Europa ein Kinderfestival mit Schminkecke, einer Clown-Show, Tanzaufführung und einem kleinen Konzert.

Welchen Kontakt hattest du zu anderen EFD-lern? Aus welchen Ländern kommen sie?

Es gab ein Camp für Freiwillige, die nach Finnland kamen. Wir lernten unsere Rechte und Pflichten als Freiwillige kennen und tauschten verschiedene Erfahrungen aus. Zusätzlich machten wir einige Spiele, um die Gruppendynamik zu verbessern. Es war eine wunderschöne Zeit und wir machten viel Sport und gingen oft in die Sauna. An diesem Camp nahmen Freiwillige aus Frankreich, Spanien, Réunion, Slowenien, Russland, Rumänien, Ungarn, Mazedonien, Griechenland und andere Ländern teil.

Was hat dir am meisten Eindruck gemacht, dir am besten gefallen?

Das Beste waren die drei Camps an denen ich teilgenommen habe. Das Erste war das Treffen aller Freiwilligen in Kokkola. Das Zweite war ein Rot-Kreuz Camp, wo wir in der Natur in einem grossen Zelt (ca. 12 Leute pro Zelt) lebten und viele Outdoor-Aktivitäten stattfanden. Jeden Morgen war freiwillig Yoga und danach sprangen wir ins Meer, um richtig aufzuwachen. Einige dieser Aktivitäten in diesem Camp waren Geo-Caching, Camp-Olympiade und ein Erste-Hilfe-Kurs.

Im letzten Monat lernten wir ein paar Musiker kennen und machten gemeinsam Musik. Wir trafen uns und machten eine Freestyle-Session und schrieben gemeinsam einen Song. Wir gingen in Schulen und Altersheimen und unterhielten die Kinder und die älteren Leute.

Das letzte Camp war auch grossartig. Ich lernte sehr viel coole Leute aus Europa kennen und hatte Riesenspass, ein Kinderfestival zu organisieren.

Welchen Rat gibst du Leuten, die sich für einen Freiwilligendienst entscheiden?

Man sollte offen sein und nicht zu hohe Erwartungen haben. Wenn man die Chance hat, eine neue Sprache zu lernen, sollte man diese nutzen. Falls sich die Organisation nicht um eine Sprachschule kümmert, sollte man Eigeninitiative ergreifen. Sprachen öffnen Tore und können für zukünftige Berufe wertvoll sein.

Bevor man den Freiwilligendienst startet, kann man sich ein paar Wörter in der neuen Sprache aneignen. Wenn man die Begrüssung in der neuen Sprache kennt und versucht ein paar Wörter zu sprechen, bricht es gleich das Eis in einem Gespräch mit neuen Kontakten.

Es sollte einem bewusst sein, dass das Taschengeld von ca. 120€ pro Monat, in einem teuren Land wie Finnland, einen nicht sehr weit bringt. Wenn man gerne an Konzerte, in Clubs und allgemein in den Ausgang geht, sollte man selber noch Geld mitbringen.

Man sollte für seine Wünsche und Ziele kämpfen. Wir wollten z. B.  unbedingt an ein Konzert am Pori Jazz Festival und da konnte unsere Host-Organisation es so organisieren, dass wir am Festival drei Tage als Helfer im Einsatz waren (den Abfall aufsammeln) und im Gegenzug erhielten wir zwei Tickets für das Jazz Festival.