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Selina in Frankreich und England

„Jede Erfahrung, die man macht, ist eine nützliche Erfahrung, auch wenn es hin und wieder schwierig werden kann“. Selina Pfister reiste mit 19 Jahren für 6 Monate nach Frankreich und 3 Monate nach England.

Du bist mit dem EFD nach Frankreich gereist. Wie bist du auf das Programm und dieses Land gekommen? Wie hast du es in England gemacht?

Meine Schwester war vor ein paar Jahren mit dem EFD in Belgien, dadurch habe ich dieses Programm schon gekannt. Bei der Landeswahl war ich noch flexibel. Frankreich ist ein Land, das ich sehr mag, die Sprache ist sehr schön und vor allem brauche ich Französisch für mein Studium der Internationalen Beziehungen in Genf, das ich nächsten Herbst beginnen werde.

Zum Praktikum in England kam ich durch einen Tipp meiner Freundin. In England und Spanien wurden Praktikas für Maturanden zur Vorbereitung ihres zukünftigen Berufslebens angeboten. Ich habe mich noch in Frankreich gleich dafür beworben. Obwohl es mich nach dem kühlen Winter eher in das südliche Spanien zog, war ich sehr glücklich, als ich einen Praktikumsplatz in England erhielt. Zusätzlich war das Lernen von Englisch im Grossen und Ganzen wahrscheinlich nützlicher.

Wie hast du dich auf deine Reisen vorbereitet?

Nachdem ich die Zusage für Frankreich bekommen habe, stand für mich erstmals die Matura vor der Türe. Danach habe ich an einem Vorbereitungstreffen des EFD teilgenommen, was sehr nützlich war. Der EFD kümmert sich um das Meiste und informiert die Teilnehmer sehr gut. Erst kurz vor der Abreise wurde es dann noch stressig, allerdings eher auf psychischer Ebene, da ich mich noch von allen verabschieden wollte.

Für das Praktikum in England waren die Vorbereitungen schon anstrengender. Ich musste mehr selbstständig organisieren, wobei ich wohl sehr gut unterstützt wurde doch ich war nur einen Monat in Liechtenstein, um dies zu tun. Gleichzeitig musste ich auch noch andere Pflichten wahrnehmen, wie mein erstes Zwischenjahrprojekt (EFD) abzuschliessen, Papierkram ausfüllen und natürlich wollte ich nach der langen Abwesenheit auch alle meine Freunde wiedersehen. Ich hatte daher kaum die Zeit und Ruhe, Frankreich emotional für mich abzuschliessen.

Wie war dein Tagesablauf?

Am Morgen war ich in Frankreich im kulturellen und sozialen Center mit Büroarbeiten und Projektvorbereitungen beschäftigt. Einen Vormittag hatte ich noch Französischunterricht. Am Nachmittag arbeitete ich im Jugendtreff, in der Kindertagesstätte oder betreute Kinder in einer Art Tagesstätte, die nach der Schule dorthin kamen, um Hausaufgaben zu machen oder zu spielen. Am Abend gab es dann noch Sportanimation mit Kindern. Gelebt habe ich während dieser Zeit in einer Wohngemeinschaft mit zwei anderen Franzosen und einer immer wechselnden vierten Person.

In England war ich zuerst zwei Wochen in einer Gastfamilie in Totnes, wo ich eine Sprachschule besuchte. Danach arbeitete ich als Praktikantin in einem Kunstzentrum in Plymouth, wo meine Haupttätigkeiten aus Büroarbeiten bestanden. Ich konnte aber auch an der Rezeption arbeiten, durfte Telefonate und E-Mails beantworten, konnte bei der Durchführung von Workshops mithelfen, Ausstellungen auf- und abbauen etc. Die Arbeitszeiten waren angenehm, darum konnte ich dann abends und am Wochenende mit anderen Schülern und Praktikanten Zeit verbringen und verreisen.

Welche persönlichen Erfahrungen hast du gemacht?

Durch meine beiden Reisen bin ich selbständiger und unabhängiger geworden. Ich habe gelernt auch einmal alleine klar zu kommen. Dadurch bin ich offener und selbstbewusster geworden. Ausserdem bin ich auf jeden Fall spontaner und abenteuerlustiger geworden. Dieses Jahr im Ausland hat mein Reisefieber geweckt – wobei mein Bedarf für den Moment gedeckt ist und ich die Zeit in Liechtenstein geniesse.

Auf welche Schwierigkeiten bist du bei deinen Sprachaufenthalten gestossen?

In Frankreich war es vor allem die Abgeschiedenheit von Vasles, die mir Schwierigkeiten bereitete. Es gab keine öffentlichen Verkehrsmittel und in der für mich selbstständig erreichbaren Umgebung war kaum etwas los. Da ich mein Wochenende sonntags und montags hatte, waren die Ausflüge mit den anderen Teilnehmern des EFD, die normale Wochenendzeiten hatten, schwierig. Ausserdem gab es gewisse Spannungen zwischen meiner Mentorin und der Chefin des kulturellen und sozialen Zentrums, die sich auch auf meine Bedürfnisse auswirkten.

In England machte mir gegen Ende das Wetter und der kalte Wind zu schaffen. Grundsätzlich war es schön nach fast einem Jahr auf Reisen wieder nach Hause zu kommen.

Welche nützlichen Tipps kannst du Jugendlichen geben, die ähnliche Auslandaufenthalte machen wollen?

Seid offen für alles und macht euch nicht zu konkrete Vorstellungen und Illusionen von eurer Reise. Jeder Erfahrung, die ihr macht, ist eine nützliche Erfahrung, auch wenn es hin und wieder schwierige Situationen geben kann. Bereitet euch früh genug, vor allem beim EFD, und intensiv vor und informiert euch bei anderen Leuten, die etwas Ähnliches wie ihr gemacht haben. Reist vielleicht nicht im Winter ab, denn um diese Jahreszeit sieht die Welt ein bisschen trist und traurig aus, was das Fussfassen am neuen Ort erschwert.

Würdest du den EFD bzw. das Praktikum der EV weiterempfehlen?

Auf jeden Fall. Das EFD-Projekt war mit sechs Monaten fast zu kurz. Als ich mich so richtig eingelebt habe, musste ich schon wieder gehen. Ich empfehle, dass ihr euch an die Zeitvorgaben der Organisationen haltet. Schlussendlich kann ich sagen, dass es eine super Chance war und sage nur: „Gon fort und entdecken d’Welt!“