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Mirjam in Mailand, Italien

Oktober 2012 bis Juni 2013


"Ich wollte von Anfang an alles eigenständig organisieren!"

Name: Mirjam Schiffer
Alter: 19                                                                                    
Wohnort: Feldkirch


Warum warst du im Ausland?
Schon seit ich denken kann, sind wir im Sommer immer nach Italien zum Campen gefahren und so habe ich natürlich das Land, die Leute, das Essen^^ und auch die Sprache kennen und lieben gelernt. In der Schule habe ich dann Italienisch zusätzlich als Freifach gewählt, aber nach einem halben Jahr wieder aufgehört, weil es mir persönlich nichts gebracht hat, da ich das Meiste, was wir in dieser Zeit lernten, schon konnte. Dann nach der Matura wollte ich nicht gleich mit dem Studium beginnen und dachte mir es wäre von Vorteil davor ein Soziales Jahr in Italien zu machen. Also habe ich mich um einen Platz bei einem EFD/EVS bemüht, jedoch trotz zahlreicher Bewerbungen für meinen gewünschten Zeitraum kein passendes Projekt gefunden. Trotzdem wollte ich unbedingt zuerst Erfahrungen im Ausland sammeln und so bin ich dann schließlich zum Entschluss gekommen, als Au Pair nach Italien zu gehen.


Wie hast du das Projekt gefunden?
Ich wollte von Anfang an alles eigenständig organisieren und daher hab ich selber im Internet recherchiert und bin auf die Seite http://www.aupair-world.net/ gestoßen. Dort kann man sich kostenlos anmelden, ein Profil erstellen und mit Familien in Kontakt treten bzw. wird man auch oft selber angeschrieben. Für eine Organisation bezahlt man ja vorab zwischen 100-150 Euro, aber auch dann gibt es keine Garantie dafür, dass die Familie, die sie aussuchen auch wirklich zu einem passt. Während meiner Zeit hier habe ich einige Au Pairs kennen gelernt, die mit ihrer Agentur unzufrieden waren bzw. denen nicht richtig geholfen wurde, als sie Probleme mit der Gastfamilie hatten.

Was hast du vor Ort gemacht?
Also morgens habe ich immer geholfen die 3 Kinder für die Schule fertig zu machen: Jausenboxen gerichtet, Jacken herausgeholt, geschaut, dass sie pünktlich aus dem Haus gehen und 2-3 Mal die Woche sie auch mit dem Bus, dem Fahrrad oder zu Fuß zur Schule gebracht. Andere Au Pairs mussten auch teilweise mit dem Auto fahren, was ich persönlich in Italien ziemlich riskant finde. Danach hatte ich den Vormittag frei, bin aber 3-5 Mal die Woche in die Sprachschule gegangen. Ansonsten bei schönem Wetter sind wir oft in den Park gegangen, shoppen (Mailand ist ja bekanntlich ein Modeparadies ;D ) oder einfach ein Eis essen bzw. Kaffee trinken. Um 13.30 Uhr endete dann immer die Schule und ich hab die Kinder nach Hause begleitet.

Am Nachmittag standen dann Hausaufgaben machen und Lernen mit den 2 älteren Mädchen auf dem Programm oder aber auch Spielen mit dem 3-Jährigen. Da die Kinder sehr viele Freizeit-Aktivitäten neben der Schule haben, habe auch ich sie oft zum Schwimmen, in die Musikschule, zum Englischunterricht, oder zum Tennis gebracht. Alles in allem musste ich sehr flexibel sein, was aber ja kein Problem war, weil ich sowieso den ganzen Nachmittag ja für sie zuständig war. Sonst habe ich unter der Woche 2-3 Mal abends auf die Kinder aufgepasst oder sie ins Bett gebracht und ca. jedes zweite Wochenende bin ich mit der Familie in ihr Ferienhaus in den Schweizer Bergen oder ans Meer gefahren. Neue Leute kennen zu lernen war sehr einfach, da es hier noch so viele andere Au Pairs gibt, die Italiener sehr kontaktfreudig sind und man auch in der Sprachschule viele Menschen aus den unterschiedlichsten Nationen, in meinem Fall aus Mexiko, Argentinien, Russland, China,... trifft :)


Hast du Insidertipps für Jugendliche zu dem Land, in dem du warst (günstige Übernachtungen, preiswerte Transportmittel, besondere Sehenswürdigkeiten, …)?
Also in Italien ist das Reisen mit dem Zug oder aber auch Fliegen innerhalb Italiens relativ günstig. Mailand liegt auch ziemlich zentral und man kann viele Tagesausflüge zum Beispiel nach Genua, Florenz, Bozen, an den Gardasee, Como, Turin oder auch nach Rom machen (mit dem neuen Schnellzug braucht man da 2 Stunden 45 Minuten).
Ansonsten MUSS man in Mailand UNBEDINGT am Abend einen „Aperitivo“ in einer der vielen Bars nehmen. Dabei kann man sich aus der Karte jedes beliebige Getränk, egal ob Cocktail, Limonade oder Wasser aussuchen, bezahlt dafür einen Fixpreis zwischen 8-10 Euro und kann dazu noch gratis so oft und soviel von einem mega leckeren Buffet holen wie man will. Sehr empfehlenswert sind hier die Bars am Naviglio grande/Naviglio Pavese.
Lohnenswert ist es auch, auf einen der zahlreichen Märkte zu gehen, die es hier täglich gibt. Dabei findet man auf dem Wühltisch schnell das eine oder andere Designerkleidungsstück zu Spottpreisen, aber auch Kosmetikartikel sind hier sehr günstig und von namhaften Marken.
Der Dom ist sozusagen das Wahrzeichen Mailands und obwohl nicht ganz günstig, lohnt es sich allemal die 7 Euro für den Aufstieg zur Terrasse zu bezahlen, von der aus man einen einzigartigen Ausblick über ganz Mailand genießen kann.
Zu Weihnachten gibt es auch einen kleinen, aber feinen Markt beim Domplatz und im Fasching, den man hier übrigens „Carnevale“ nennt, einen Umzug, den man erlebt haben muss.


Hast du etwas verdient?
Ja, zwischen 80 – 100 Euro die Woche. Die meisten Au Pairs hier haben um die 60 - 70 Euro verdient, mussten aber auch nicht am Morgen die Kinder fertig machen und zur Schule bringen. Also das wird hier individuell mit der Gastfamilie abgesprochen.


Wie sah es mit den ungefähren Kosten aus?
Das war ganz unterschiedlich, je nachdem was ich so gemacht habe. Im Durchschnitt waren es aber ca. 40 - 50 Euro pro Woche. Bei einem Ausflug fielen die Ausgaben dann auch mal höher aus. Aber mit dem Geld, das man verdient kommt man auf alle Fälle gut über die Runden ;)


Nützliche Internet- oder Kontakt-Adressen?
http://www.aupair-world.net/ und vorher unbedingt Erfahrungsberichte von anderen Au Pairs durchlesen, beziehungsweise mit dem Au Pair, das gerade im Moment in der Wunschfamilie ist in Kontakt treten.


In wie weit hat dich deine Auslandserfahrung verändert?
Da ich ja quasi auf mich allein gestellt war, habe ich gelernt mich selbstständig in einem Land zurechtzufinden, in dem ich die Sprache anfangs kaum konnte. Zum Glück sind die Italiener was Ausländer anbelangt meistens sehr bemüht und offen. Hatte also selten Schwierigkeiten wegen nicht vorhandenen Sprachkenntnissen :)
Außerdem ist es wirklich eine schöne Aufgabe 3 Kinder zu betreuen, aber auch eine richtig große Verantwortung, die sehr viel Geduld erfordert. Anfangs, wenn man die Kinder und ihre Launen noch nicht so gut kennt, ist es schwer in bestimmten Situationen die richtige Entscheidung zu treffen, aber mit der Zeit lernt man sie kennen und lieben und weiß ganz genau, wie man mit ihnen umgehen muss.
Für mich war es das erste Mal, dass ich so weit von zuhause, von meiner Familie und meinen Freunden weg war. Zu Weihnachten, an meinem Geburtstag und zu Ostern bin ich dann zwar jeweils nach Hause gefahren, aber das waren insgesamt vielleicht 4 Wochen. Ich kann allen nur den Rat geben am Anfang nicht gleich aufzugeben, denn da braucht man erst einmal 2 Monate bis man sich eingelebt hat und man kann nicht erwarten, dass der Alltag und das Familienleben gleich ist wie zuhause. Wenn man diese Phase jedoch erst einmal überwunden hat bekommt man gar nicht genug vom „dolce vita“ in der neuen Heimat auf Zeit.

 

Noch Fragen?
Schreib Mirjam eine E-Mail: mirjam.schiffer@gmx.at