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Anna-Maria in Elva, Estland

September 2013 bis Juni 2014

„Geht nicht nur in die Städte, die im Reiseführer stehen, sondern genießt die wundervolle Natur des Landes“

Name: Anna-Maria Lau    
Alter: 20 Jahre
Wohnort: Dornbirn


Warum warst du im Ausland?
Es gibt viele Gründe, die mich dazu bewegt haben, mich für den EFD zu bewerben. Einerseits sah ich diese Zeit im Ausland als Chance selbständiger und unabhängiger zu werden. Anderseits wollte ich viele Erfahrungen sammeln und mal etwas Neues erleben. Einfach mal weg und in eine andere Kultur abtauchen – das schien mir eine gute Möglichkeit nach der Matura.

Wie bist du auf das Projekt aufmerksam geworden?
Für mich war es von vornherein klar, dass ich in den Norden will. Ich schrieb viele Bewerbungen an unterschiedlichste Projekte in Skandinavien und auch in Estland (es gibt ja wirklich viele Projekte dort) und so wurde es dann dieses Projekt im Kinderheim einer estnischen Kleinstadt.

Was hast du vor Ort gemacht?
Meine Arbeit im Kinderheim sah folgendermaßen aus: Spielen, Tanzen, Basteln und einfach mal Freundin für die Kinder sein. Ich galt sozusagen als Hilfe für die Betreuer. Betreut werden in diesem Heim mitunter auch Kinder mit leichten Behinderungen und speziellen Bedürfnissen. Außerdem habe ich mich auch noch im Jugendzentrum engagiert, indem ich Österreich-Abende organisierte und half einmal in der Woche auch in den Deutschstunden der Schule mit. Generell war ich eigentlich meistens vor Ort, wenn es Veranstaltungen mit Jugendlichen oder Kindern in Elva selber gab.
Neben der alltäglichen Arbeit habe ich mit anderen Freiwilligen auch ein eigenes Projekt durchgeführt. Wir haben im Zuge dessen alle unsere Arbeitsplätze besucht, unsere Länder vorgestellt und einmal sogar einen internationalen Grillabend veranstaltet.
In der Freizeit sang ich zudem in einem estnischen Chor und konnte so viel über die Kultur Estlands erfahren. An den Wochenenden war ich meistens unterwegs und reiste in Estland und Umgebung herum.

Hast du Insidertipps?

Insidertipps gibt es viele, die man nach 9 Monaten geben könnte. Günstige Übernachtungen findet man am besten bei anderen Freiwilligen, die meistens eine freie Couch oder zumindest ein freies Plätzchen auf dem Boden haben. Öffentliche Verkehrsmittel generell sind billig in Estland, sehr bequem und sind regelmäßig unterwegs. Vor allem aber die Fähren nach Helsinki und Stockholm sind in Paketen buchbar und sehr billig. Beide Städte sind also gut und günstig über Schiffweg zu erreichen. Aber eines möchte ich jedem raten, der jemals nach Estland geht: Geht nicht nur in die Städte, die im Reiseführer stehen, sondern genießt die wundervolle Natur des Landes, kommt in Kontakt mit den Menschen und interessiert euch für die Kultur der Esten. Alles zusammen ist einzigartig und 100 % sehenswert.
Wie sah es mit den ungefähren Kosten aus?
Estland selber ist kein besonders teures Land. Nicht nur die Busse und Züge sind preiswert sondern auch die Lebensmittel sind in der Regel billiger als bei uns. Gerade, wenn man beim Projekt einmal täglich zu Essen bekommt, reicht meiner Meinung nach das vorgesehene Taschengeld vollkommen aus. Ich habe nicht unbedingt auf Sparflamme gelebt, konnte mir aber genug Geld auf die Seite legen, um auf Reisen zu gehen und meine 9 Monate voll auszunutzen.

Hast du etwas verdient?
Neben dem Taschengeld (85 Euro), dem Geld für die Miete und dem Essensgeld, das jeden Monat auf meinem Konto eingetrudelt ist, habe ich noch viel mehr verdient. Und zwar tausende wertvolle Erfahrungen und zahlreiche tolle Begegnungen mit anderen Menschen.

Nützliche Internet- oder Kontakt-Adressen?
www.t-pilet.ee– Busverbindungen im ganzen Land;
www.peatus.ee – Öffentliche Verkehrsmittel generell;
www.ecolines.ee– für (billige) Reisen über das Land hinaus;
www.keeleklikk.ee– für solche, die Estnisch lernen wollen;
www.visitestonia.com– Tourismusseite von Estland, auf der man Unterkünfte, Events und jegliche Informationen finden kann;
www.piletilevi.ee– offizielle Seite für Ticketverkauf – hier findet man heraus, wo und wann was stattfindet;
www.piletita.ee– für gratis Veranstaltungen;

In wie weit hat dich deine Auslandserfahrung verändert?
Zu allererst würde ich sagen, dass ich selbständiger und selbstbewusster geworden bin. Natürlich habe ich auch sehr viel herausgefunden: Ich habe nicht nur gelernt, wie man tagtäglich mit Kindern arbeitet und viele Ideen gesammelt, sondern durfte auch feststellen, dass diese Art von Arbeit etwas ist, das mir gefällt und ich mir für später auch vorstellen kann. Natürlich hat mich durch den EFD auch die Lust aufs Reisen gepackt – mehr denn je. Eine Eigenschaft, die mir wohl noch lange bleiben wird. Auf jeden Fall lernt man im Laufe des Freiwilligendienstes fürs Leben. Ich habe mich, so kommt es mir vor, selber neu kennen lernen dürfen und wünsche anderen Jugendlichen auch Mut, einfach Mal was Neues zu machen und sich selbst zu überraschen.


Noch Fragen?
Schreib Anna-Maria eine E-Mail: anna-maria.lau@aon.at