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Simone in Idro, Italien

September 2013 bis Juni 2014

„Jede [italienische] Stadt hat ihren eigenen Flair, ihre eigenen Spezialitäten, ihre typischen Eigenschaften und ihre Geschichte.“

Name: Simone Muther            
Alter: 25 Jahre
Wohnort: Schlins


Warum warst du im Ausland?
Ich hatte schon seit längerer Zeit das Bedürfnis ins Ausland zu gehen, das Gefühl von Vorarlberg weg zu müssen, mein Leben mit was Neuem zu bereichern und den Alltagstrott hinter mir zu lassen. Ebenfalls lockte mich der Gedanke eine neue Kultur kennen zu lernen, mir eine neue Sprache anzueignen und tolle Bekanntschaften/Freundschaften zu schließen. Da ich nicht mehr in meinem erlernten Beruf arbeiten wollte, allgemein einen neuen Lebensweg suchte, fühlte ich mich wie an einer Kreuzung mit verschiedenen Abzweigungen/Möglichkeiten und wusste nicht, welchen neuen Weg ich einschlagen sollte. Ich erhoffte mir, darüber während des EFD's klar zu werden bzw. den richtigen Weg für mich zu finden.

Wie bist du auf das Projekt aufmerksam geworden?
Ich fand das Projekt in der europäischen Datenbank, in welcher alle Projekte aufgelistet waren.
Zuerst hatte ich mich darauf fixiert, Projekte im Zusammenhang mit Jugendlichen und Kindern zu finden. Bei mir bestand das Problem, dass ich sehr spät auf die Möglichkeit des EFD aufmerksam wurde und dadurch sehr kurzfristig mit der Suche des Projektes anfangen konnte. Ich hatte nur noch ca. drei Wochen bis zur Dead Line. Ich bekam manchmal keine Rückmeldungen mehr oder nur Absagen. Kurz darauf stieß ich zufällig auf das Projekt "Tagescenter für Behinderte". Ich las mir die Projektbeschreibung durch und fand diese sehr interessant. Dadurch beschloss ich, mich zu bewerben und bekam zum Glück dieses Projekt. Mein Tipp: Wenn die Möglichkeit besteht, sollte früh genug mit der Projektsuche angefangen werden. Ich würde so viele Bewerbungen wie möglich versenden, so dass die Chance besteht, das Wunschprojekt zu erhalten und die Möglichkeit einer Auswahl vorhanden ist. Zuletzt empfehle ich, sei ebenfalls aufgeschlossen gegenüber anderen Projekten und nicht auf eines fixiert.

Was hast du vor Ort gemacht?
Ich arbeitete in einem Tagescenter für Behinderte. Die Gäste wurden morgens mit den Bussen abgeholt und abends nach Hause gebracht. Wir Freiwillige fuhren als Begleitpersonen zur Unterstützung und Unterhaltung mit. Ich erhielt einen Aktivitätsplan für die Woche, welchen ich bei Absprache ändern lassen konnte. Dieser war jedoch sehr auf die Fähigkeiten des jeweiligen Freiwilligen abgestimmt.
Vormittags und nachmittags gab es verschiedene Aktivitäten. Diese Aktivitäten waren sehr vielfältig und erstreckten sich von kreativen Tätigkeiten, wie Malen, das Verarbeiten von alten Materialien durch die Erstellung von Skulpturen und anderen Kunstwerken, Beauty Day für die Damen, sportlichen Aktivitäten, wie Tanzen, Fußball spielen und Spaziergängen am See, bis hin zu gastronomischen Tätigkeiten, wie die Unterstützung der Behinderten beim Tische decken für die Mittagspause, ihnen das Essen zu servieren und das anschließende Mithelfen in der Küche.

Hast du Insidertipps?
Dadurch, dass ich im Norden lebte war ich sehr oft in Mailand. Mailand ist für mich gesehen ein MUSS.
Diese Stadt hat einfach alles zu bieten, von atemberaubenden Sehenswürdigkeiten, endlosen Shoppingstraßen bis hin zur Nightlife Szene. Ein Tipp für Club-Liebhaber ist der Corso Como.
Die für mich beeindruckendste Sehenswürdigkeit ist der Dom von Milano!!

Ebenfalls ist Salò am Gardasee wunderschön und bietet an der Promenade eine Reihe an schönen Bars und Restaurants direkt am See.

Bologna ist eine richtige Studentenstadt, in der es am Wochenende richtig zugeht. Ebenfalls gibt es super Shoppingmöglichkeiten.

Rom ist für mich die faszinierendste Stadt überhaupt – mit seiner Geschichte, den antiken Gebäuden und Skulpturen. Ich würde empfehlen, das Colosseum und die Fontana di Trevi zu besichtigen.

Venedig ist im Carneval zu empfehlen, da die Stadt zu dieser Zeit sehr lebendig ist.

Ich war längere Zeit in Napoli und kann hierzu bei Interesse noch mehrere Tipps geben.
Napoli ist für mich eine schöne und lebendige Stadt. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit von Napoli aus beim Hafen mit einer günstigen Fähre die Inseln Capri, Ischia und Procida für einen Tagestrip zu besuchen. Natürlich, da die Pizza aus Napoli stammt, muss die Pizza Margaritha auf alle Fälle probiert werden – die günstigste und beste Pizza, die ich in meinem Leben gegessen habe. Eine süße, typische Spezialität aus Napoli ist der sogenannte Babà. Dies ist eine Teigware, die mit Rum angereichert ist und wurde somit zu meinem Lieblingsdessert.  

Ich habe die für mich wichtigsten Städte in Italien gesehen. Jede Stadt hat ihren eigenen Flair, ihre eigenen Spezialitäten, ihre typischen Eigenschaften und ihre Geschichte. Ich könnte nichts Negatives erwähnen.

Wie sah es mit den ungefähren Kosten aus?
Es waren alle Kosten bezüglich Unterkunft und Essen gedeckt.
Ich denke mir, dass es auf die jeweilige Person ankommt, ob es sich mit dem Taschengeld ausgeht oder nicht. Um mit dem Taschengeld auszukommen gehört eine gewisse Bescheidenheit dazu.
Es ist von Vorteil Geld beiseite zu haben oder großzügige Eltern, die einen unterstützen, wenn du ein Mensch bist, der ab und zu gerne shoppen geht und durch Reisen das Land kennenlernen möchtest.

Hast du etwas verdient?
Ja! Das Taschengeld ist je nach Gastland verschieden. In Italien habe ich € 115.- als Taschengeld erhalten. Von der Gastorganisation habe ich noch zusätzlich € 130.- als Essensgeld erhalten, da ich nur mittags in der Organisation speiste.

Nützliche Internet- oder Kontakt-Adressen?
Günstige Flüge unter www.wizzair.com oder www.kayak.com

Zugtickets unter www.trenitalia.com

Unterkünfte unter www.wimdu.com

In wie weit hat dich deine Auslandserfahrung verändert?
Ich würde den EFD wieder machen und werde diesen auch jedem weiterempfehlen.
Für mich war dieser eine Bereicherung für mein Leben. Ich habe ein neues Land/Kultur kennengelernt, eine neue Sprache erlernt und viele schöne Erlebnisse gehabt, welche mir keiner mehr nehmen kann. Ich hatte Hoch und Tiefs und habe gelernt mit schwierigen Situationen und Konfrontationen umzugehen, in verschiedenen Situationen geduldig zu bleiben und Durchhaltevermögen zu beweisen. Ich bin außerhalb meiner Komfortzone gewesen, ebenfalls an meine Grenzen gestoßen und habe gemerkt, dass ich am meisten dadurch lernte und mich entwickelte. Die schönen Erinnerungen behalte ich im Herzen, jedoch die weniger schönen Momente möchte ich auch nicht missen, da man aus diesen am meisten lernt. Ich entdeckte gewisse Seiten und Stärken an mir, welche ich zuvor nicht kannte. Ich bin selbstständiger geworden, habe das erste Mal in einer WG gewohnt und für mich war dies ein Schritt nach vorne. Ich habe viele interessante Menschen kennengelernt, eine tolle Freundschaft mit einer anderen Freiwilligen geschlossen, mit welcher ich jetzt noch Kontakt habe und mich treffe.

Durch den EFD habe ich schlussendlich meinen richtigen Weg, welchen ich in der Kreuzung mit den verschiedenen Abzweigungen/Möglichkeiten suchte, gefunden. Ich habe noch mehr meine kreative Ader entdeckt und nun daran Interesse gefunden die Berufsreifeprüfung zu machen und vielleicht InterMedia zu studieren.
Auch in Herzensangelegenheiten habe ich sozusagen meine Richtung gefunden. In Italien habe ich nämlich einen Freund, den ich vor 2 Jahren in London kennengelernt hatte wieder getroffen und so hat sich aus dieser Freundschaft doch noch mehr entwickelt. Nun führt mein Weg sehr wahrscheinlich wieder nach Italien zurück. :-)


Noch Fragen?
Schreib Simone eine E-Mail: simone.muther@hotmail.com

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