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Fabienne in Ghana

September bis Dezember 2012

„Was ich nie vergessen werde sind die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen!“


Name:
Fabienne Hopfner            
Alter: 23 Jahre
Kommt aus: Buch

Wann und wo warst du im Ausland?
Ich war von September bis Dezember 2012 in Ghana.

Warum warst du im Ausland?

Ich wollte ein anderes Land und eine andere Kultur kennen lernen. Für Afrika entschied ich mich deshalb, weil das Leben dort ganz anders ist als in Europa. Ich wollte nicht in ein Land, in dem man ähnlich lebt wie in Österreich, sondern ich entschied mich bewusst für einen Kontinent, der sich von Europa bzw. Österreich ganz klar unterscheidet.

Wie bist du auf das Projekt aufmerksam geworden?
Ich habe auf der Homepage der Organisation Grenzenlos (www.grenzenlos.or.at) gestöbert und mir dort ein Bild von verschiedenen Projekten gemacht. Da ich ausgebildete Volksschullehrerin bin, interessiert es mich sehr, wie Bildung in anderen Ländern funktioniert. Deshalb gab ich bei meiner Organisation an, dass ich unbedingt in einer Schule arbeiten möchte. Das Projekt wurde mir dann von der Organisation zugeteilt. Ein Vorteil dieses Projekts war, dass im Jahr zuvor ebenfalls eine Freiwillige aus Österreich dort war. So konnte ich mich mit ihr treffen und sie erzählte mir schon in Voraus schon einiges über das Projekt und die Gastfamilie.  

Was hast du vor Ort gemacht?

Ich habe mit einer anderen Freiwilligen aus Island (Stefanía) in der Shiloh International School gearbeitet. An dieser Schule gibt es eine Nursery (für die 1- bis 4-jährigen), einen Kindergarten (4- bis 6-jährige) und 6 Schulklassen. Von morgens um halb acht bis am Nachmittag um drei Uhr halfen wir den Lehrpersonen in ihren Klassen. In der ersten Woche schauten wir uns alle Klassen an, dann durften wir selber entscheiden, wo wir mithelfen möchten. Da die Kindergartenklassen und die P1, P2 und P3 sehr hohe Schülerzahlen hatten, beschloss ich, hauptsächlich den Lehrpersonen dieser Klassen zu helfen. Auch in die Nursery ging ich zwei Mal pro Woche, weil die kleinen Kinder einfach so unglaublich süß waren und sich immer sehr freuten, wenn ich kam! Außerdem kümmerten Stefanía und ich uns ein wenig um die zwei Mädchen mit Behinderung, die die Shiloh School besuchten.
Ich unterrichtete hauptsächlich Music/Dance, Creative Arts und Französisch, gab den Lehrpersonen aber auch Tipps in anderen Fächern und half einfach dort mit, wo es mich brauchte. In der Nursery brachte ich den Kindern viele Reime und Lieder bei und übte mit ihnen das Zählen und wichtige englische Wörter/Sätze. In der Mittagspause half ich oft beim Ausgeben des Mittagessens.

Da bei unserer Ankunft im Projekt kaum Materialien vorhanden waren, konnten wir die vielen Schulsachen, die ich von zuhause mitgebracht hatte, gut gebrauchen und wir organisierten und kauften immer wieder Bleistifte, Farben, Papier, Bücher und bereiteten damit sowohl Kindern als auch Lehrpersonen eine große Freude. Die strahlenden Augen der Kinder, als ich ihnen mein Abschiedsgeschenk (einen Bleistift und einen Radiergummi) gab, werde ich nie mehr vergessen!

Obwohl das Unterrichten oft sehr anstrengend war, weil viele Kinder mich nicht verstanden (der Unterricht wird auf Englisch abgehalten, aber zuhause sprechen sie eine von vielen ghanaischen Sprachen), machte es großteils Spaß, weil die Kinder und die Lehrpersonen sich immer freuten, wenn ich in ihre Klasse kam und unglaublich dankbar für die neuen Sachen und Ideen waren, die ich mitbrachte.

Hast du Insidertipps für Jugendliche zu dem Land, in dem du warst (günstige Übernachtungen, preiswerte Transportmittel, besondere Sehenswürdigkeiten, …)?
Ältere Versionen von Reiseführern sind meistens nicht sehr hilfreich, da sich die Telefonnummern in Ghana dauernd ändern! Mit dem beliebtesten öffentlichen Verkehrsmittel – dem Trotro – kommt man gut und günstig herum. Sehenswürdigkeiten gibt es nicht übermäßig viele. Interessant fand ich die Castles (Cape Coast, Elmina, Accra), in denen man einiges über die Kolonialzeit von Ghana erfährt. Außerdem besuchte ich in jeder Stadt verschiedene Märkte. Den angeblich größten Markt Westafrikas, der wirklich riesig ist, findet man in Kumasi. Was mich in Ghana sehr beeindruckt hat, sind die schönen Strände, an denen es kaum Touristen gibt! Auch die Nachtwanderung und der Canopy Walk im Kakum Nationalpark waren Highlights meiner Ghana-Zeit. Im Reiseführer findet man die interessantesten Reiseziele und Sehenswürdigkeiten.

Wie sah es mit den ungefähren Kosten aus?
Für die Organisation, die mir die Fahrt zu meinem Projekt und die Unterkunft in einer Gastfamilie organisierte, bezahlte ich 1325 €. Darin inkludiert waren Unterkunft und Essen. Mittagessen bekamen wir in der Schule, für Frühstück und Abendessen waren unsere Gasteltern zuständig. Das heißt, ein Teil dieses Geldes ging an meine Projektschule und ein Teil an meine Gastfamilie.
Bei den STEP-Projekten (Short Term Programme) von Grenzenlos ist es so, dass man einen Pauschalbetrag von 725 € für 4 Wochen bezahlt und dann für jede weitere Woche 75 € dazukommen. Für Langzeitprojekte gibt es andere Preise.
Für den Flug bezahlte ich ca. 600 €, für Versicherungen ca. 135 €, für Impfungen ca. 200 € und fürs Visum ca. 100 €. Insgesamt kam ich also auf ca. 1800 € Fixkosten für 3 Monate.
Vor Ort brauchte ich eigentlich nicht viel Geld, da Unterkunft und Verpflegung in die Programmkosten inkludiert waren. Das meiste Geld gab ich für Reisen aus. Ich reiste ziemlich viel herum und da summieren sich dann natürlich Kosten für Fahrt, Unterkunft, Essen, Einkäufe etc., aber das Leben in Ghana ist sehr billig und deshalb kommt man mit wenig Geld relativ lange aus!

Hast du etwas verdient?

Nein.

In wie weit hat dich deine Auslandserfahrung verändert?
Die Erfahrungen, die ich in Ghana gemacht habe, haben mich sehr geprägt!
Es tat sehr gut, eine Weile ohne diesen Luxus, den wir in Österreich gewöhnt sind, zu leben.
Kein fließendes Wasser im Haus, jeden Tag mehrere Stunden ohne Strom, ein recht eintöniger Speiseplan, die Wäsche von Hand waschen – das sind alles Dinge, an die ich mich gewöhnen musste, aber ich hatte mich ja bewusst dafür entschieden und fand mich schnell in dieser neuen Welt zurecht. Außerdem schätze ich jetzt in Österreich Dinge wie Stromversorgung oder fließendes Wasser im Haus umso mehr.

Was ich nie vergessen werde sind die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen. Manchmal nervte es zwar, wenn ich auf meinem zehnminütigen Schulweg jeden grüßen musste, aber es ist einfach schön, wenn sich andere freuen dich zu sehen. Da das Leben in Ghana nicht so organisiert ist (es gibt zum Beispiel keine Busfahrpläne), ist man viel mehr auf die Hilfe von anderen angewiesen. Man kann sich aber sicher sein, dass man diese Hilfe auch bekommt. Sobald man an einer Trotro-Station steht oder in einem Trotro sitzt, reden einen Leute an, fragen wohin du willst oder erklären dir den Weg zum Hostel. Natürlich ist man als Weiße für viele eine Attraktion, was manchmal wirklich nervig ist, aber ich habe auch viele nette Leute kennen gelernt, die nicht aufdringlich waren, sondern sich einfach freuten, wenn ich mit ihnen redete! Diese Offenheit gegenüber anderen und besonders auch gegenüber dunkelhäutigen Menschen habe ich mit nach Hause genommen.


Noch Fragen?
Schreib Fabienne  eine E-Mail: fabienne.h@gmx.at

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