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Martina in Esterones, Costa Rica

Oktober 2012 bis Mai 2013

„Das Schönste war, so viele neue Freunde und eine zweite Familie gefunden zu haben.“

Name: Martina Rüscher
Alter: 19 Jahre
Kommt aus: Feldkirch

 

Wann und wo warst du im Ausland?
Ich war von Mitte Oktober 2012 bis Ende Mai 2013 in Costa Rica.
Stationiert war ich in einem kleinen, aber sehr charmanten Dorf namens Esterones an der Pazifikküste.

Warum warst du im Ausland?
Zwei bis drei Jahre vor meinem Schulabschluss fing ich an, mir Gedanken darüber zu machen, was ich machen würde, wenn ich den großen Meilenstein „Matura“ hinter mich gebracht hatte. Dass ich auf jeden Fall studieren würde, war mir schon immer klar, doch es war mir noch etwas zu früh und ich beschloss, mich über Freiwilligendienste im Ausland zu erkundigen.
Die Idee, Teil einer komplett neuen Kultur zu werden, gefiel mir sofort. Anstatt neue Dinge „nur“ von einem Lehrer, Professor oder auch über verschiedene Medien „erzählt“ zu bekommen, wollte ich Neues mit eigenen Augen sehen und direkt vor Ort erleben. Zuerst setzte ich den Fokus meiner Suche auf Europa. Doch schon bald erkannte ich, dass es mich etwas weiter in die Ferne zog. Obwohl mich Lateinamerika ungemein reizte, musste ich diesen Teil der Landkarte von meiner Suchliste streichen, da in allen Projekten,
die ich gefunden habe, gute Spanischkenntnisse erforderlich waren und ich in der Schule nur Englisch, Französisch und etwas Italienisch gelernt hatte.

Wie bist du auf das Projekt aufmerksam geworden?
Durch Zufall bin ich auf den Ausdruck eines Emails gestoßen, welches Anette, die Leiterin des Projekts ‚First Hand‘ in Costa Rica, an unsere Schule geschickt hatte. Obwohl in Costa Rica Spanisch gesprochen wird, waren Spanischkenntnisse nicht unbedingt erforderlich, sondern auch durch einen Spanischkurs vor Ort erwerbbar. Sofort habe ich mich hingesetzt und ein wenig recherchiert und schon sehr bald wusste ich, dass First Hand das Projekt ist, bei dem ich mitarbeiten wollte.

Was hast du vor Ort gemacht?
Ich habe mit ein bis zwei anderen Freiwilligen in einer Dorfschule für Kinder von sechs bis zwölf Jahren mitgearbeitet. Unsere Hauptaufgabe war, Englisch zu unterrichten, es veränderte sich jedoch das Angebot teilweise, je nach Anforderung des Lehrers. Daher durften wir auch mit den Kindern Spiele machen oder ihnen helfen, sich mit dem Computer vertraut zu machen. Doch nicht nur während der Schulzeit, sondern auch an den Nachmittagen haben wir Freiwilligen ein Angebot für die Kinder zusammengestellt. Dank der Mithilfe aller Dorfbewohner konnten wir den Kindern, welche großteils nicht schwimmen konnten, obwohl sie direkt am Meer wohnen, einen Schwimmkurs anbieten, was sich als voller Erfolg entpuppte.
Für die ganz Kleinen, die es nicht erwarten konnten in die Schule zu kommen, haben wir einen Kindergarten eröffnet und uns immer wieder neue Dinge einfallen lassen um deren Kreativität zu fördern.

Hast du Insidertipps?
Uns Freiwilligen hat, wenn wir auf Reisen waren, der
Reiseführer „lonely planet“ unglaublich geholfen. Sämtliche Orte, Hostels, Busse, Preise und alles was man sonst noch so fürs Reisen wissen sollte, sind in dem ‚lonely planet‘ angeführt.
Es bietet sich auch an, in die Nachbarländer, Nicaragua und Panama, zu reisen und ist sogar von der Organisation vorgesehen, falls man länger als drei Monate bleiben will, da das Touristenvisum danach ausläuft und es sehr viel Anstrengung und Geld benötigt ein Arbeitsvisum zu bekommen. Auch in diesen Ländern hat sich der ‚lonely planet‘ als sehr hilfreich erwiesen.

Wie sah es mit den ungefähren Kosten aus?
http://www.firsthand-costarica.com/Preise.107.0.html

Auf der First Hand Seite angeführt stehen sämtliche Preise aller Projekte und auch „Warum ist der Aufenthalt kostenpflichtig?“ genauestens erklärt.
Freiwilligendienste kosten oft sehr viel und bei vielen Organisationen weiß niemand so genau, wohin das ganze Geld verschwindet. Bei First Hand kann ich mit Sicherheit bestätigen, dass das Geld auch wirklich bei den Familien ankommt. Dafür bieten diese allen Freiwilligen sehr fürsorglich eine liebevoll gepflegte Unterkunft und reichlich Verpflegung.

Hast du etwas verdient?
Verdient habe ich nichts, was auch nicht der Sinn der Sache wäre. Es war schön zu wissen, dass ich arbeitete, weil es mir Spaß machte und mir die Sache selbst wichtig war und nicht weil ich den Gedanken an Geld im Hinterkopf hatte.

In wie weit hat dich deine Auslandserfahrung verändert?
Das Projekt hat mir sehr viel Freiraum gegeben, mich selbst einzubringen und kreativ zu werden. Spontanität und Kreativität sind wichtig und ich konnte sehr gut an mir selbst erkennen, wie ich an der Sache gewachsen bin und mich entfalten konnte. Mein Selbstbewusstsein ist gestiegen und ich bin viel selbstständiger geworden.
Da man immer wieder auf neue Menschen trifft, lernt man
sowohl deren Grenzen als auch die eigenen kennen und zu
respektieren.
Das Schönste war, so viele neue Freunde und eine zweite Familie gefunden zu haben. Alle haben mich spüren lassen, dass ich auch wirklich ein Teil der Gemeinschaft war. Während der Zeit war ich nicht mehr Österreicherin, ich war stolze „costarricense“.

 

Noch Fragen?
Schreib Martina eine E-Mail: martina.ruescher@hotmail.com