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Carolina in Australien

Juli bis September 2010

"Ich habe an mir so viele Seiten kennen gelernt, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie existieren!“

Name: Carolina Fleisch        
Alter: 23 Jahre
Kommt aus: Tschagguns

 

Warum warst du im Ausland?
Ich war sehr fasziniert von Australien und wollte dieses Land unbedingt selber entdecken, die Kultur und Mentalität. Ebenso um Abenteuer zu erleben und die Freiheit und Unabhängigkeit des Reisens hautnah mitzuerleben.

Was hast du vor Ort gemacht?
Ich bereiste die Ostküste (Sydney bis Cairns), Melbourne und die Great Ocean Road, das Outback (Alice Springs & Umgebung) sowie die Westküste (Darwin bis Perth). Die Ostküste war der Beginn meiner Reise, welche ich zusammen mit einer Reiseagentur voraus gebucht hatte. Ich hatte also einen fixen Reiseplan. Mein Transportmittel war der Greyhound Australia. Auf meiner to-do-Liste war Fraser Island, Agnes Water / Town of 1770, Airlie Beach und die Whitsunday Islands, Magnetic Island, Mission Beach, Cairns und Port Douglas. Der erste Tauchgang meines Lebens fand am Great Barrier Reef statt, an einem besseren Ort hätte ich diese Leidenschaft von mir nicht entdecken können.

Ebenso unglaublich aufregend war der Fallschirmsprung in Mission Beach. Der mehrtägige Segeltrip zu den Whitsunday Islands war ein spektakuläres Ereignis an der Ostküste. Danach ging es mit dem Flieger ab nach Alice Springs. Von dort aus fand eine dreitägige Outbacktour zum Uluru / Ayers Rock, The Olgas, Kings Canyon usw. statt. Die Nächte unterm endlos, weiten Sternenhimmel mitten im Busch von Australien waren faszinierend. Ich kam mit dem Sternschnuppenzählen, gar nicht mehr nach! Das werde ich so schnell nicht mehr vergessen. Nach dem Outback war lediglich klar, dass ich die Westküste bereisen möchte. Mein Ziel war es also Reisegefährten zu finden, da man die Westküste nur mit einem Auto bereisen kann. Es gibt zwar auch einen Greyhound Australia Service – aber die Verbindungen sind überhaupt nicht gut und daher nicht empfehlenswert. Ich setzte mich also von Alice Springs aus in den berühmten „The Ghan“ und verbrachte eine lustige, interessante 24stündige Zugfahrt nach Darwin, Northern Territory.

Dort erwartete mich auch schon meine erste Couchsurfing Erfahrung, welche ich auf keinen Fall bereue. Ich habe heute noch Kontakt zu dieser Person. Beim Couchsurfing ist es sehr wichtig, dass du dich schon vorab mit der Person in Kontakt setzt und etwas mehr über denjenigen erfährst. Man merkt ziemlich schnell, ob man sich dort wohl fühlen kann oder eben nicht. AustralierInnen sind im Allgemeinen sehr offene, herzliche Menschen und von dem her ist es gar nicht schwer! In Darwin habe ich dann eine geführte Tour zum Kakadu National Park gemacht. Die restliche Zeit in Darwin habe ich bei meiner Couchsurfing-Bekanntschaft genossen und versucht einen Reisepartner für die Westküste zu finden. Über die Website www.gumtree.com wurde ich dann auch sehr schnell fündig. Ich habe mich bei der angegebenen Rufnummer gemeldet und wir trafen uns auf einen Kaffee. Ihr Name ist Nadja und sie kommt aus England, wir haben uns auf Anhieb super miteinander verstanden. Dann war ganz schnell klar, dass wir gemeinsam ein Stück Reiseabenteuer Australien gehen wollen! Wir haben uns vor Ort ein Auto gekauft und sind dann von Darwin Richtung Perth los gezogen – Let the Road Trip begin! Es war insgesamt eine Strecke von ca. 4.042 km und die genaue Reiseroute wiederzugeben würde, glaube ich, den Rahmen sprengen. Wenn ich die Westküste mit ein paar Worten beschreiben müsste, wären es Freiheit, Abenteuer, faszinierende Landschaften, Stille, Unabhängigkeit und unberührte Natur.

Hast du Insidertipps?
Australien ist ein riesiges Land und man sollte sich schon im Voraus Gedanken darüber machen, wie viel Zeit man zum Reisen zur Verfügung hat und welche Gegenden für einen interessant sind. Das ist auf jeden Fall hilfreich! Ich werde versuchen euch einen kurzen, ungefähren Überblick bzw. Unterschied zwischen der Ost- und Westküste Australiens zu geben.

Die Ostküste Australiens ist sehr beliebt bei den Backpackern. Man trifft dort auf sehr viele Reisende, von jung bis alt, aus der ganzen Welt. Hier lernst du auf jeden Fall eine riesen Anzahl an Leuten kennen, was mir ausgesprochen gefallen hat. Auch die Partyliebhaber kommen an der Ostküste mit Sicherheit nicht zu kurz. Ein besonderer Spot sind die Whitsunday Islands, da würde ich einen mehrtägigen Segeltrip empfehlen. Das ist wirklich ein atemberaubender Fleck Erde + eine Menge Segelspaß! Ebenso beeindruckend ist die Magnetic Island. Eine traumhafte Insel, auf der man vor allem die sagenhafte Natur genießen kann: Wandern, Mountainbiking, Tauchen, Schnorcheln usw.


Für die Surfer-Freunde unter euch ist das kleine Küstenstädtchen Noosa ein Geheimtipp! Einer meiner absoluten Lieblingsortschaften. Mit Noosa verbinde ich Sonne, Strand, perfekte Wellen zum Surfen, Lässigkeit & einen sympathischen Flair. Die Leute sind immer gut gelaunt (wie alle AustralierInnen) und verbreiten Surfer-Paradise-Feeling pur! Auch der Besuch in der Koala Bar ist ein absolutes Muss! Noosa zählt zum nördlichsten Punkt der Sunshine Coast, wo wir bei der schönsten Gegend in Australien schlecht hin gelandet sind!  Die Sunshine Coast reicht von Caloundra bis Noosa, ist ca. 60 km lang und zählt zu Queensland. Sie besteht aus idyllischen Küstenörtchen, ist sehr naturbelassen, bezaubernde, kilometerlange, einsame Strände und ist noch nicht so touristisch wie zum Beispiel die Gold Coast, Queensland. Dort habe ich eindeutig einen Teil meines Herzens verloren ;-) Das Great Barrier Reef ist auch eine sehr beliebte Sehenswürdigkeit.

Die Ostküste ist sehr leicht zu bereisen. Das Angebot an Reiseanbietern ist groß, sehr bekannt sind Travel Agencies wie Peter Pan und Tribal Travel. Diese Reiseagenturen sind speziell für Backpacker ausgerichtet und helfen dir preiswerte Unterkünfte zu finden, vorab beliebte Touren wie einen Segeltrip, Tauchtrip, Skydive etc. zu finden. Man kann dann ein Gesamtreisepaket bei ihnen buchen, erhält einen Rabatt und muss sich somit keine Sorgen für den Rest der Reise machen. Dies hat vor allem Vorteile, wenn man ganz neu im Land ist und vielleicht auch zum ersten Mal in seinem Leben reist und noch ein wenig unsicher ist. Da man sich ganz einfach weniger darum kümmern muss, wo man am nächsten Tag schläft, wo es hingehen soll – organisatorische Belangen. Jedoch wird die Flexibilität eingeschränkt, da man an einen „fixen“ Plan gebunden ist und sich zeitlich auch danach richten muss. Das ist vor allem dann äußerst schade, wenn man nette Leute kennen gelernt hat oder gerne an einem Ort länger bleiben würde, etc.
Der Greyhound Australia ist an der Ostküste sehr bekannt, preislich ganz in Ordnung und hat einen sehr tollen Fahrplan. Natürlich gibt es auch die Option ein Fahrzeug zu mieten.

Die Westküste Australiens ist der Kontrast zur Ostküste. Hier ist es überhaupt nicht touristisch, man trifft sehr wenige Backpacker, wenn überhaupt dann trifft man auf Einheimische, die mit ihren Caravans unterwegs sind. Man fährt oft meilenlang durch die Pampas wird dann aber mit atemberaubenden Plätzen belohnt. Kennt ihr den Spielfilm von Sean Penn „Into the Wild“? Die Westküste vermittelte mir genau dieses Gefühl. Jeder Tag ist Abenteuer pur – Freiheit! Du hast oft ewig lang kein Netzwerk, fährst stundenweise durch das absolute Nichts, keine Menschenseele kommt dir entgegen! Oh ja, aber wenn dann mal ein Auto an dir vorbei fährt hupt jeder wie verrückt, weil man sich so freut :-)

In Western Australia haben mir der Karijini und Cape Range National Park am besten gefallen. Diese National Parks verfügen über eine einzigartige Landschaft! Im Karijini NP findet man genügend einsame, stille Örtchen am Wasser in Schluchten. Der Cape Range NP verfügt über einige Buchten wie die Turquoise Bay – traumhaft! Kristallklares Wasser, feiner weißer Strand und unzählige, bunte, verschiedene Fische. Wofür man an der Ostküste eine Menge Geld für einmal Schnorcheln bezahlt, bekommt man es an der Westküste umsonst! Sprachlos war ich auch als ich zum ersten Mal den Shell Beach in Western Australia gesehen habe. Unglaublich – ein Strand, der aus unendlich vielen, winzigen Müschelchen besteht.
Broome und der berühmte Cable Beach sind auf jeden Fall auch einen Besuch wert. Ein Sonnenuntergang an diesem endlos langen Strand ist gigantisch! Außerdem findet man hier wieder etwas mehr Zivilisation an :-)

Sehr zufrieden war ich mit folgenden Veranstaltern:
www.passions.com.au Tauchgang
www.explorewhitsundays.com Segeltrip Whitsundays Island
www.skydivecoffs.com
www.outbacksafaris.com Outback-Trip

Der Reiseführer Lonely Planet Australia kann ich jedem empfehlen. Es ist alles sehr gut erklärt und aufgelistet. Gerade was auch Preiskategorien der Hostels betrifft.

Wie sah es mit den ungefähren Kosten aus?
3.500 EUR

Hast du etwas verdient?
Nein, da es in Australien nicht möglich ist zu arbeiten.

Nützliche Internet- oder Kontakt-Adressen?

www.gumtree.com
www.couchsurfing.com
http://www.greyhound.com.au/
http://www.peterpans.com.au/
http://www.tribaltravel.com.au/Default.aspx?tabid=80
http://www.reisebineforum.de/viewforum.php?f=67

In wie weit hat dich deine Auslandserfahrung verändert?
Ich habe an mir so viele Seiten kennen gelernt, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie existieren. Ich wurde zum ersten Mal in meinem Leben mit meinen Grenzen konfrontiert und habe gelernt sie zu überschreiten und mutig zu sein. Einen unglaublich, großen Schritt in meiner Entwicklung des Erwachsenwerdens und die damit verbundene Selbstständigkeit, das Verantwortungsbewusstsein und Entscheidungen alleine treffen zu müssen. Zudem das Reifen meiner sozialen Kompetenzen im Umgang mit mir selbst und mit meinen Mitmenschen. Steigerung des Selbstwertgefühles und Selbstvertrauens, Flexibilität und das bewusste Wahrnehmen der Eigenverantwortung. Im Zusammenhang mit meinem äußerem Umfeld Teamfähigkeit, Respekt, Toleranz und Anerkennung, sowie die Aneignung sehr guter Sprachkenntnisse.

Eine Auslandserfahrung ist viel mehr als Länder erkunden, neue Kulturen kennen zu lernen und seine Sprachkompetenzen zu verbessern. Es ist eine spannende Reise zu sich selbst und dem Potential & Talent in sich. Ich kann jedem Menschen wärmstens zu solch einer Reise empfehlen!



Noch Fragen?
Schreib Carolina eine E-Mail: carolina_fleisch@hotmail.com