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Sie sind hier:StartseiteEUROPASchuljahr im AuslandErfahrungsberichteMarie-Theres besuchte eine Schule in Peru und Ecuador

Marie-Theres besuchte eine Schule in Peru und Ecuador

Marie-Theres Schwarz besuchte im Alter von 17 Jahren für 8 Monate in Peru und für 3 Monate in Ecuador eine Schule.

Warum hast du während deiner Gymnasialausbildung ein Schuljahr im Ausland absolviert?

Ich wollte endlich mal etwas Neues und Anderes kennen lernen. Der Schulalltag ging mir auf die Nerven und ich war etwas deprimiert. Deshalb hiess es für mich: Weg von Liechtenstein und rein ins Unbekannte. Für das nahm ich gerne ein Jahr mehr Schule in Kauf. Natürlich reizte es mich auch, eine neue Sprache und neue Menschen kennen zu lernen.

Warum gerade Südamerika?

Anfangs spielte ich mit dem Gedanken, ein Jahr nach China zu gehen. Doch als meine Schwester von ihrem Auslandsjahr in Peru zurückkam und sehr von dem Land und den Leuten schwärmte, liess ich mich von ihr begeistern und entschied mich, ebenfalls ein Jahr in Südamerika zu verbringen.

Wie hast du das Schuljahr organisiert?

Ich bin mit der Vermittlungsorganisation AFS gereist. Mit der Organisation bin ich sehr zufrieden und kann sie auch weiterempfehlen. Die Leiter haben sich gut um uns gekümmert und auch die Vorbereitungscamps waren nützlich. An diesen Camps wurde uns auf spielerische Weise die südamerikanische Kultur näher gebracht. Ausserdem lernten wir die Betreuungspersonen kennen. Nur die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung von Seiten Südamerikas hätte meiner Meinung nach etwas zügiger gehen können.

Wie hoch waren die Kosten für dieses Auslandsjahr?

Insgesamt hat mein Jahr in Südamerika rund 9000 Euro gekostet.

Wo und wie hast du gewohnt?

Zu Beginn wollte ich ein Jahr in Ecuador verbringen. Doch dort konnte ich mit meiner Gastmutter, einer 70-jährigen Frau, keine richtige Beziehung aufbauen. Ich wechselte die Familie und landete bei einer ausgesprochen liebenswürdigen Familie in Peru. Hier fühlte ich mich wohl, was auch daran lag, dass die Kinder und Cousins in meinem Alter waren. Mit der Zeit fühlte ich mich wie eine Tochter und die Familie nach einem Jahr zu verlassen, war sehr hart für mich.

Gab es kulturelle Barrieren zu überwinden?

Die Sprache war anfangs ein grosses Problem. Als ich in Südamerika ankam, konnte ich noch kein Wort Spanisch. Doch mit der Zeit ging es immer besser. Zu Beginn machte mir die Herzlichkeit der Südländer auch etwas Mühe. Die vielen Küsschen und Umarmungen war ich von meinem bisherigen Leben in Liechtenstein nicht gewohnt.

War es schwer Anschluss zu finden?

Da ich nicht auf eine Sprachschule, sondern mit Südamerikanern in die Klasse ging, hatte ich keine Probleme in Kontakt mit Einheimischen zu kommen. Die Menschen dort sind viel offener und herzlicher als hier in Liechtenstein, kommen gleich auf dich zu und laden dich zu allen möglichen Veranstaltungen ein.

Südamerika – bekannt als eines der ärmsten Orte der Welt. Wie wurdest du mit der Armut konfrontiert?

Glücklicherweise wohnte ich sehr angenehm. Meine Familie gehörte der mittleren Schicht an und wir hatten dadurch immer genug warmes Wasser, ein WC und sogar zwei Hausmädchen. Allerdings waren die vielen Bettler in den Bussen, Parks und auf den Strassen anfangs ein Schock für mich. Manche Eindrücke, wie kleine Kinder, die den Abfall vor dem Haus durchsuchen oder Menschen mit Behinderungen, die um Essen betteln, waren für mich sehr schwer zu verarbeiten. Doch, so hart das klingen mag, mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Ich hatte zwar noch Mitleid, aber es schockierte mich nicht mehr so.

Wie war dein Tagesablauf?

In Lima bin ich immer um halb 6 Uhr morgens aufgestanden und wurde mit einem Schülerbus direkt von zu Hause in die Schule gefahren. Morgens gab es eine Zeremonie, bei der die Landeshymne gesungen wurde. Uniformen waren Pflicht und unsere Schuhe mussten immer blitzblank geputzt sein. Dort waren die Lehrer sehr pingelig, während sonst ein lockeres Klima zwischen Lehrer und Schüler herrschte. Nach der Schule ass ich mit meiner Familie zu Abend und meistens ging ich abends noch mit Freunden weg, zum Beispiel ins Kino oder zum Einkaufen.

Ist es nicht gefährlich, abends unterwegs zu sein?

Als Frau darf man abends einfach nie alleine ausgehen. Man sollte immer in einer Gruppe unterwegs sein und Taxis anstelle öffentlicher Verkehrsmittel benutzen. Mit dem Befolgen dieser Regeln fühlte ich mich sicher.

Wie war es mit dem Heimweh?

Heimweh nach Liechtenstein hatte ich nicht. Ich hatte eher Heimweh nach Peru, als ich wieder in Liechtenstein war. Ich vermisse die Leute dort und werde sie auch bald wieder besuchen.

Hat dich der Aufenthalt in Südamerika verändert?

Ich habe das Gefühl, dass ich durch den Aufenthalt viel reifer und erwachsener geworden bin und eine andere Sichtweise auf die Dinge und das Leben im Allgemeinen habe. Nun kann ich auch eine, mir anfangs völlig unbekannte Sprache, fast perfekt sprechen, was viele Vorteile mit sich bringt – privat und beruflich.

Welche Tipps kannst du anderen Jugendlichen geben, die einen ähnlichen Auslandsaufenthalt planen?

Das Wichtigste: mutig sein! Man sollte sich selbst nicht zu viel unter Druck setzen. Am Anfang wollte ich innerhalb von wenigen Wochen eine fremde Sprache beherrschen und möglichst viele neue Menschen, Orte und Dinge kennenlernen. Am besten ist es, man lässt sich Zeit und gibt den Leuten, die dich unterstützen wollen, eine Chance.

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