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Dialog auf Augenhöhe

Beim ersten jubel Forum wurde eifrig diskutiert.

Bei jubel hat sich einiges verändert. Das 2016 überarbeitete Konzept soll der politischen Bildung vermehrt Rechnung tragen. Entsprechend ist aus der Vollversammlung mit Projektpräsentation das jubel Forum entstanden, welches den Dialog zwischen Jugendlichen und Erwachsenen in den Mittelpunkt stellt.

Die im Vorfeld mit den Jugendlichen gesammelten Fragen/Themen waren Ausgangspunkt für Diskussionen, die oft vielfältige Aspekte von Jugendbeteiligung berühren. Ideen und Überlegungen, die sich aus den Gesprächsrunden ergeben haben, sind gemeinsam konkretisiert worden.

Zur Website der Jugendbeteiligung Liechtenstein (jubel).

Jubel in neuem Gewand: Schüler im Austausch mit der Gesellschaft

 

Nach zehn Jahren benötigte die Jugendbeteiligung Liechtenstein (Jubel) ein Face-Lifting. Wie das aussieht, zeigte sich am Mittwoch. Neben altbekannten Jugend-Themen brachten die «Jubeler» auch brisante Anliegen auf den Tisch.

Von David Sele, Volksblatt

In den vergangenen drei Jahren habe die Beteiligung der Jugendlichen sowohl an den Jubel-Veranstaltungen als auch an Projekten abgenommen. Dies schreiben die Verantwortlichen in einer Medieninformation über das zehnjährige Bestehen der Jugendbeteiligung Liechtenstein.

Es war also an der Zeit, das einstige «Jugendparlament» neu zu erfinden. Unter dem neuen Leiter, Johannes Rinderer, wurden seit Mai 2016 die Gremien reorganisiert. Einen ersten Einblick in die neue Jubel erhielt die Öffentlichkeit nun am Mittwoch in Schaan beim sogenannten Jubel-Forum (vormals Jubel-Vollversammlung).

Breites Feld an Ansprechpartnern

Bis anhin waren an dieser Tagung hauptsächlich Projekte der Jubel-Gruppen präsentiert worden. Neu steht die Veranstaltung im Zeichen des Austausches zwischen Jugendlichen und Erwachsenen. So hatten zahlreiche Klassensprecher/-innen aus Liechtensteins weiterführenden Schulen die Möglichkeit, ihre Anliegen im direkten Gespräch mit Entscheidungsträgern vorzutragen, darüber zu diskutieren und gemeinsam Lösungsansätze zu erarbeiten.

Nicht fehlen durfte dabei natürlich Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini, der anstelle der «üblichen Grussworte» zu Beginn kurzerhand von einer Jugendlichen zum Interview auf die Bühne gebeten wurde. «In der Politik fehlt uns oft die Ansicht der jüngeren Leute», konstatierte der Gesellschaftsminister quasi als Einstieg in die anschliessenden Diskussionsrunden. Neben den Jugendlichen beteiligten sich daran seitens der Politik zudem Thomas Lageder, Landtagsabgeordneter der Freien Liste, sowie die Gemeindevorsteher Freddy Kaiser (Mauren) und Daniel Hilti (Schaan). Aber auch Verwaltungsangestellte, Mitarbeitende der offenen Jugendarbeit, die Ombudsfrau für Kinder und Jugendliche, Vertreter der Schulsozialarbeit oder LIEmobil-Betriebsleiter Carsten Steinmann waren vor Ort. Kurzum: Es wurden möglichst viele Schnittpunkte aus dem Leben Jugendlicher abgedeckt.

In den Diskussionsrunden zeigte sich dann, dass die altbekannten Jugend-Themen auch heute noch aktuell sind. Ob Schulausflug oder Jugend-Partyraum, die Jugendlichen wollen möglichst viel mitbestimmen – oder noch besser: gleich alles selber machen. Dass solche Vorhaben angesichts des Organisationsaufwandes aber auch in Bezug auf Haftungsfragen kaum ohne Zutun Erwachsener realisierbar sind, wissen die Jugendlichen jedoch selbst. Auch die Tatsache, dass die Jugend nur einige wenige Jahre des Lebens überdauert, wirkt sich negativ auf die Langfristigkeit eines reinen Jugendprojektes aus. Zumal Nachfolgeregelung im Alter von 17 Jahren eher kein Thema ist. Es braucht also den Anker der Erwachsenen. Von diesen fühlen sich die Jugendlichen aber oftmals nicht ernst genommen, wie sich in so manchen Gesprächen herausstellte. Berichtet wurde diesbezüglich vor allem aus der Schule. «Wenn ein Lehrer Kaugummi kaut, dies den Schülern aber gemäss Schulordnung verboten ist, finde ich das ungerecht», erklärte ein Klassensprecher. Die Schulordnung gelte schliesslich genauso für Lehrer. Auch dass die Handys teilweise über die Mittagspause einbehalten würden, können die Schüler nicht nachvollziehen. Da sie sich aber nicht trauen, ihre Kritik persönlich anzubringen, weil sie negative Konsequenzen fürchten, möchten die Jugendlichen ein anonymes Beschwerdesystem etablieren.

Mathe statt «Lebenskunde»

Mühe bereitet in manchen Klassen anscheinend auch das Fach «Lebenskunde». Einzelne Lehrpersonen würden diese Lektionen gar missbrauchen, um Stoff aus anderen Fächern «reinzudrücken», den sie im regulären Unterricht nicht mehr hätten unterbringen können. Dabei wollen die Jugendlichen auf das Leben vorbereitet werden. Steuererklärungen ausfüllen oder Vertragsrecht nannte einer als Beispiel. Was genau sich Liechtensteins Schüler in «Lebenskunde» effektiv erwarten, soll nun in einer umfassenden Befragung eruiert werden.

Mit den Vorschlägen könne dann an das Schulamt herangetreten werden. Ausserhalb der Schule wünschen sich die Jugendlichen eine offene Feedback-Kultur von Lehrbetrieben: «Absagen auf Bewerbungen sollten persönlicher und vor allem begründet sein», forderte eine Klassensprecherin. Ebenso waren unzureichende Busverbindungen und überfüllte Busse ein Thema. Letzteres könnten die Schüler gerne mit Fotos dokumentieren und an LIEmobil schicken, dann würden Verbesserungen geprüft, versprach der LIEmobil-Betriebsleiter. Auch die Busverbindungen im Allgemeinen würden intern einmal mehr thematisiert. Genau so funktioniert das Jubel-Forum. Es ermöglicht den Jugendlichen, ihre Probleme und Anliegen direkt bei den richtigen Personen zu deponieren.

Was im Endeffekt daraus gemacht wird, muss sich noch zeigen. Fest steht, dass die meisten Wünsche und Vorhaben von den Jugendlichen selbst zu realisieren sind. Erwachsene können die Türen meist nur öffnen – durchgehen müssen die Jungen selbst.

Quelle: Vaterland, 23.03.2017

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