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Arbeiten im Ausland


Wenn du im Ausland arbeiten möchtest, wird meistens erwartet, dass du 18 Jahre alt bist und dich in der Landessprache oder zumindest auf Englisch verständigen kannst. Informiere dich auch vorab über die Arbeitslosigkeit und die Lebenshaltungskosten im Wunschland.

IN DER EU/IM EWR

Als Liechtensteiner StaatsbürgerIn kannst du zu denselben Bedingungen wie EU-Bürger arbeiten. Dies gilt auch für Island und Norwegen, die wie Liechtenstein Teil des Europäischen Wirtschaftsraums sind.

Das europaweite Jobnetzwerk EURES (European Employment Service) unterstützt dich bei der Suche nach einer Arbeit im EU/EWR-Raum. Es bietet nützliche Informationen rund um Lebens- und Arbeitsbedingungen in den EU/EWR-Mitgliedstaaten sowie Informationen zu den jeweiligen Arbeitsmärkten. Auch die EURES Seite des AMS bietet umfangreiche Informationen.

AUSSERHALB DER EU/DES EW

Möchtest du außerhalb Europas arbeiten, musst du dich um ein Visum und eine Arbeitsgenehmigung kümmern. Erkundige dich, welche organisatorischen Schritte auf dich zukommen und welche Bedingungen du erfüllen musst. In fast jedem Staat gelten unterschiedliche Bestimmungen. Es gilt das Arbeitsrecht (wie z. B. Mindestalter, Arbeitszeiten, Mindestlohn) des Landes, in dem du arbeitest. Erkundige dich bei der jeweiligen Botschaft

Tipp: In der Regel ist die Schweizer Botschaft zuständig. Sind weder Liechtenstein noch die Schweiz im jeweiligen Land vertreten, kannst du dich auch an die österreichische Botschaft wenden. 

Besonders beliebt sind Länder wie Australien, USA und Kanada. Wir haben für dich die Besonderheiten und Möglichkeiten in diesen Ländern zusammen gefasst.

Info-Folder zum downloaden:
Australien – Arbeiten, Studium, Praktikum,…
USA – Arbeiten, Studium, Praktikum,
Kanada – Arbeiten, Studium, Praktikum,…

WIE EINEN JOB IM AUSLAND FINDEN?

  • Über das Job Portal EURES hast du Zugriff auf freie Stellen in 31 europäischen Ländern und erhältst Informationen zu Arbeitsmärkten, Lebens- und Arbeitsbedingungen im EU/EWR-Raum
  • Suche in Online-Jobbörsen nach konkreten Stellenausschreibungen
    z. B. www.jobpilot.athttps://www.monster.at/geo/siteselection.
  • Suche nach Jobangeboten in internationalen Zeitungen.
  • Kontaktiere einen Betrieb deines Interesses und frag, ob eine Stelle frei ist.
  • Auf internationalen Messen und Ausstellungen kannst du persönlichen Kontakt zu Firmen aufnehmen.
  • Bewirb dich bei Firmen mit Zweigstellen in deinem gewünschten Zielland.
  • Hol dir Tipps von Menschen, die schon einmal in deinem Zielland gejobbt haben.
  • Schick Initiativbewerbungen an interessante Firmen.
  • Such einen Job direkt vor Ort: knüpf persönliche Kontakte und durchforste lokale Zeitungen nach Jobinseraten.

Erfahrungsgemäss sind die Chancen auf eine Stelle in den Bereichen Tourismus, Gastgewerbe und Landwirtschaft am grössten.

JOBBÖRSEN FÜR TOURISMUS UND GASTRONOMIE

JOBPROGRAMME & VERMITTLUNGSAGENTUREN

Auslandserfahrungen sammeln

Egal ob Freiwilligenarbeit, Sprachreise oder Aupair. Viele junge Erwachsene wollen Erfahrungen im Ausland sammeln und sich dabei auch entscheiden, was sie in Zukunft machen wollen.

Für wen geeignet?
Es braucht schon ein gewisses Mass an Selbstständigkeit und auch Aufgeschlossenheit gegenüber alternativen Lebensweisen. Und man sollte kein Problem damit haben, wenn in Sachen Hygiene oder Pünktlichkeit andere Standards gelten als hierzulande. Nicht jede Form von Auslandsaufenthalt ist für jeden Menschen geeignet. Beim Wwoofen ist man sehr auf sich alleine gestellt, während bei Aupair und bei den Freiwilligenprojekten Mentoren als Unterstützer vor Ort sind. Da sollte man schon im Vorfeld überlegen, was am besten für einen passt. Eine Möglichkeit, einen Auslandsaufenthalt für wenige Wochen „auszuprobieren“ bieten Workcamps.

Freiwilligenprojekte in Europa

Möglich ist dieses Angebot für junge Menschen im Alter von 17 bis 30 Jahren, man hilft dabei für ein halbes Jahr oder Jahr bei Projekten im sozialen, kulturellen oder ökonomischen Bereich mit. Ein Teil der Reisekosten wird von der EU übernommen, ausserdem erhält man ein monatliches Taschengeld sowie Unterkunft und Verpflegung. Und es gibt auch Unterstützung, was das Erlernen der fremden Sprache angeht. Man kann daher auch in ein Land gehen, dessen Sprache man noch kaum spricht.

Bewerbung: Vorlaufzeit mindestens 6 Monate

Aupair
Wenn man als Aupair (Kinderbetreuer im Ausland) tätig sein will, braucht man dazu meist eine Agentur als Vermittler. Die Kosten dafür unterscheiden sich von Agentur zu Agentur, ein genauer Vergleich lohnt sich.

Weitere Angebote
Möglich ist ein „Gap Year“ auch in Form von Sprachreisen, über Couchurfing, Airbnb, Work & Travel, etc.

 

Berufsfindung


Es gibt so viele Berufe! Wie soll man sich da noch zurecht finden? Hier findest du einige Informationen rund um das Thema Beruf.

 

Berufsberatung

Professionelle Berufsberater können dir bei der Planung deiner beruflichen Laufbahn gute Unterstützung leisten. In Liechtenstein wendest du dich am besten an das Amt für Berufsbildung und Berufsberatung in Schaan. Bis zu deinem 26. Lebensjahr helfen dir professionelle Berufsberater bei deiner Entscheidung weiter:

 

Berufsplattformen

Im Dschungel der Lebens- und Berufsmöglichkeiten bietet verschiedene Berufsplattformen Überblick und Orientierung. Lass‘ dich von den Stories inspirieren und entdecke neue Perspektiven, die zu dir und deinen Interessen passen.

Du möchtest wissen was der ideale Job für dich ist?

 

Kompetenz- und Fähigkeitsanalyse

Eignungsabklärung und Fähigkeitsanalysen

 


Fragen über Fragen

Tipps für den ersten Bewerbungsbrief


Du hast noch nie eine Bewerbung geschrieben? Hier stellen wir die wichtigsten Elemente vor.

Im Bewerbungsbrief nimmst du auf maximal eineinhalb Seiten Bezug auf das Stellenangebot und teilst mit, warum du an der Stelle interessiert bist (Motivation), was gerade dich für diesen Job auszeichnet (Eignung) und inwiefern du allenfalls das Unternehmen bereichern kannst (z.B. Insiderwissen, Kontakte, besondere Sprachkenntnisse etc.). Die Person, die deine Bewerbung erhält, soll spüren, dass du von deinem Berufswunsch wirklich überzeugt bist und dass du diese Lehrstelle unbedingt möchtest!

Bevor du dich an die Arbeit machst, hier einige Grundregeln:

  • Verwende weisses, unliniertes und nicht zu dünnes Papier im A4-Format.
  • Aktiviere das Rechtschreibe- und Grammatikprogramm in
    Microsoft Word (zu finden unter „Überprüfen – Rechtschreibung und Grammatik“). Rechtschreibfehler lassen deine Bewerbung schnell im Papierkorb verschwinden.
  • Verwende ein zweites Blatt Papier, wenn der Brief länger wird. Nie auf die Rückseite des Bewerbungsbriefes schreiben!

Wichtig: Bevor du die Bewerbung abschickst, gib sie jemandem zum Lesen und lass sie auf Fehler prüfen. Auf Wunsch lesen wir deine Bewerbung im aha auch gerne durch.

 

Die formalen Brief-Elemente zum Einstieg:

  • Vorname und Name mit vollständiger Adresse und Telefonnummer, eventuell E-Mail-Adresse.
  • Adresse der Firma, wenn möglich mit dem Namen der zuständigen Person (z.B. Name des Personal- bzw. Lehrlingschefs).
  • Ort und Datum
  • Betreff: „Bewerbung für eine Lehrstelle als Bauzeichner“. (fett)
  • Anrede: z.B. „Sehr geehrte Frau Keller“, oder „Sehr geehrter Herr Müller“. Ist der Name der Ansprechperson nicht bekannt: „Sehr  geehrte Damen und Herren“. Nachfolgend kein Satzzeichen.

Einleitung

Im ersten Abschnitt des Bewerbungsbriefs erklärst du, woher du von der Stelle weisst. Zum Beispiel:

  • „Ihr Inserat im Liechtensteiner Vaterland vom …  hat mich sehr angesprochen hat. Hiermit bewerbe ich mich für die ausgeschriebene Lehrstelle als …“
  • „Ich beziehe mich auf unser Telefongespräch vom 5. August…“
  • „Ich habe durch Bekannte von Ihrem Lehrstellenangebot erfahren und bewerbe mich hiermit ….“

Begründung

In diesem Abschnitt gehst du auf die Gründe für deine Bewerbung und darauf ein, was dich an dem Beruf reizt. z.B.:

  • „An diesem Beruf gefallen mir ganz besonders die handwerklichen Herausforderungen…“
  • „Seit meiner Kindheit interessiert mich der Beruf ….“
  • „In den letzten Sommerferien habe ich bei Betrieb XY geschnuppert und konnte bereits einen guten Einblick in die Tätigkeiten erhalten…“

Fähigkeiten

Nun gehst du auf alle deine Skills ein, indem du beispielsweise schreibst:

  • „Meine Lieblingsfächer sind Mathematik und Physik, was bereits mein Interesse für Zahlen und Logik zeigt.“
  • „Durchhaltevermögen zählt zu meinen Stärken, das bestätigen meine zahlreichen Erfolge an Tennisturnieren.“
  • „Ich arbeite gerne im Team, weshalb ich seit Jahren aktives Mitglied der Jugendfeuerwehr bin.“
  • „Werfen Sie doch einen Blick auf meine Homepage www….“
  • „In meinem Lebenslauf finden Sie die Kontaktdaten meines Mathematiklehrers, der sich Ihnen gerne als Referenzperson zur Verfügung stellt.“
  • „Da ich mich in meiner Freizeit besonders gerne kreativ betätige, bin ich überzeugt, dass dies der richtige Beruf für mich ist.“

Gegenwärtige Tätigkeit

Schreibe schliesslich etwas zu deiner momentanen Situation. Zum Beispiel:

  • „Ich besuche zur Zeit die Realschule in Vaduz und werde Anfang Juli (+ Jahreszahl) meine Schulzeit beendet haben.“

Falls du beruflich bereits eine Funktion hast, gehst du entsprechend darauf ein.

Verabschiedung

Signalisiere in deinem Schlusssatz Gesprächsbereitschaft. z.B.:

  • „Mit Spannung erwarte ich Ihre Rückmeldung.“
  • Als Grussformel verwendest du immer „Freundliche Grüsse“ und unterzeichnest mit deinem Namen (sowohl getippt, als auch von Hand).

Beilagen

Liste am Schluss deine Beilagen, wie den Lebenslauf und deine Zeugnisse, auf.

Vorlagen

Vorstellungsgespräch


Wenn du zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen bist, bedeutet das, dass du bereits die 1. Hürde gemeistert hast.

Nun trittst du in den Konkurrenzkampf mit anderen Bewerber/innen und musst die Personalfachleute von deiner Person überzeugen. Sie wollen sich ein Bild von deinem Charakter und deiner Motivation für diesen Beruf machen und herausfinden, ob du für die Stelle geeignet bist. Aber auch du kannst die Gelegenheit nutzen, den Betrieb etwas besser kennen zu lernen.

Vorbereitung

Die beste Vorbereitung für dein nächstes Vorstellungsgespräch ist die Auseinandersetzung mit dem konkreten Stellenangebot und mit deiner Motivation für die Bewerbung. Dein Gegenüber will sich vor allem ein umfassendes Bild machen über:

  • Deine Motivation für die Stelle
  • Deine Kompetenzen und Erfahrungen
  • Deine Eignung, speziell für diese Stelle
  • Deine Persönlichkeit, einschliesslich deiner Ausstrahlung und Wirkung

Für den Arbeitgeber/innen ist das Gespräch Entscheidungsgrundlage für die Stellenbesetzung. Auch du wirst nach dem Gespräch entscheiden, wo du deine berufliche Laufbahn fortsetzen willst. Es ist also auch in deinem Interesse, möglichst viel über das Unternehmen und die Stelle zu erfahren. Das Gespräch soll ein Dialog werden.

  • Informiere dich über das Unternehmen, seine Tätigkeiten, Aufgaben, Bereiche und das Organigramm. Die beste Anlaufstelle dafür ist das Internet. Vielleicht wissen auch Bekannte über die Firma Bescheid.
  • Achte bei der Recherchearbeit auf aktuelle Projekte des Unternehmens, zu denen du möglicherweise etwas beitragen kannst.
  • Stelle dich auf das Umfeld des Unternehmens ein. Je nach Branche ist ein ganz anderer Umgangston zu erwarten.
  • Mach dir Gedanken über deine Kleidung. Achte darauf, dass sie angepasst ist. Sie sollte ordentlich, gepflegt und nicht sexy sein. Mache aber keine Show! Du solltest dich darin wohl fühlen.
  • Auch die Frisur sollte gepflegt wirken. Auffälliger Schmuck, zu viel Schminke oder ein zu aufdringliches Parfüm hinterlassen oft ein negatives Bild.
  • Übe mit einem/einer Freund/in oder mit deinen Eltern ein fiktives Vorstellungsgespräch. Das gibt Selbstbewusstsein und beruhigt.
  • Positives Denken ist wichtig. Stell dir bildlich vor, wie es ist, eine Zusage für die ausgeschriebene Stelle zu bekommen.

Häufig gestellte Fragen

Um sich auf das Vorstellungsgespräch optimal vorzubereiten, solltest du dir bereits im Vorfeld Antworten auf mögliche Fragen überlegen. Gerade auf unangenehme Fragen solltest du souverän antworten können. Allerdings ist ein Vorstellungsgespräch nicht nur dazu da, dem Bewerber auf den Zahn zu fühlen. Es bietet auch dir die Möglichkeit, mehr über das Unternehmen zu erfahren. Klug gestellte Fragen unterstreichen, dass du dir Gedanken über die Firma gemacht hast.

Mögliche Fragen, die man dir stellen wird:

Die meisten Fragen werden die genannten zentralen Themen betreffen, du musst darauf gefasst sein, dass man dir auch unangenehme Fragen stellt, zum Beispiel über häufige frühere Stellenwechsel, mögliche Lücken im Lebenslauf oder über deine Schwächen. Persönliche Fragen, die nicht in einem Zusammenhang mit der zu besetzenden Stelle stehen, sind unzulässig, du musst diese nicht beantworten. Überlege dir aber, wie du damit im Gespräch umgehen kannst, ohne zu brüskieren.

  • Kannst du kurz deinen Lebenslauf zusammenfassen?
  • Was weisst du über diesen Beruf? Welche Vorstellung hast du davon?
  • Warum hast du dich gerade auf diese Stelle beworben, weshalb bei unserer Firma?
  • Wieso willst du gerade diesen Beruf erlernen? Was reizt dich daran?
  • Was sind deine Ziele, welche Erwartungen hast du an die neue Stelle?
  • Welches sind die Gründe für deinen geplanten Stellenwechsel?
  • Weshalb glaubst du, dass du dich für diese Stelle besonders eignest?
  • Hast du bereits in dem Beruf geschnuppert? Was hat dir dabei gefallen und was nicht?
  • Wieso hast du dich gerade bei unserem Unternehmen beworben? (Nicht den Eindruck erwecken, dass die Entscheidung rein zufällig war)
  • Was weisst du über unser Unternehmen?
  • Was sind deine Stärken und Schwächen? (Nenne Stärken, die für den Beruf von Vorteil sind. Bei den Schwächen solltest du ehrlich bleiben, aber sie nicht zu sehr betonen bzw. ihnen eine passende Stärke gegenüber stellen)
  • Was für Erfolge und Misserfolge hattest du schon in deinem Leben? (Lerneffekte)
  • Was sind (waren) in der Schule deine Lieblingsfächer und warum?
  • Wie würdest du dich selbst beschreiben? (Charakter, Arbeitsweise, Einstellung)
  • Wie teamfähig würdest du dich bezeichnen?
  • Was machst du in deiner Freizeit?
  • Wo siehst du dich in fünf Jahren?
  • Welche Gehaltsvorstellungen hast du? (höre dich im Vorfeld um, wie das branchenübliche Gehaltsniveau für diese Stelle ist. Beharre aber nicht stur darauf)
  • Hast du dich noch an anderen Orten beworben?

Was man nicht verraten muss
Alle Fragen musst du nicht beantworten. Wenn du an jemanden gerätst, der dich unter Druck setzen will, bleibst du zunächst am besten gelassen. Unangebrachte Fragen kannst du mit der Gegenfrage parieren, ob das Voraussetzung für den Job sei. Hier eine Liste von kritischen Themen:

  • Fragen nach der sexuellen Orientierung
  • Vermögensverhältnisse
  • Schwangerschaft / Kinderwunsch
  • Heirat
  • Parteizugehörigkeit
  • Religionszugehörigkeit
  • Krankheiten
  • Vorstrafen

Je nach Job und Branche gibt es allerdings Ausnahmen, bei denen doch Fragen zu einzelnen dieser Bereiche stellen darf. Ist man zum Beispiel wegen Alkohol am Steuer verurteilt worden, so muss man dies bei einem Job, bei dem man Autofahren muss, auf Nachfrage zugeben. Auch ansteckende Krankheiten dürfen nicht verschwiegen werden. Man ist grundsätzlich verpflichtet, Auskünfte über  Umstände zu geben, die für den Job von Bedeutung sind.

Tipp: Fragenkatalog erstellen. Schreib auf, was du von dem Unternehmen wissen willst.

Eigene Fragen an den Arbeitgeber/in
Grundsätzlich gilt es „Warum“-Fragen zu vermeiden – das könnte nach Kritik am Unternehmen klingen. Stattdessen besser offene Fragen stellen (Wer? Was? Wie?). Auf keinen Fall Fragen stellen, deren Antworten du selber recherchieren kannst (z.B. auf der Firmen-Website). Ein paar Beispiele:

  • Fragen zur Arbeitsweise (Team- oder Einzelarbeit)
  • Welche Abteilungen werde ich während meiner Lehre kennen lernen?
  • Gibt es noch weitere Lehrlinge in dem Betrieb?
  • Wo wäre mein künftiger Arbeitsplatz? Nicht unbedingt im ersten Gespräch, aber vor dem Unterschreiben des Arbeitsvertrages, gilt es möglichst noch folgende Aspekte zu klären:
  • Höhe des Lohnes, mögliche Sonderleistungen
  • Arbeitszeitregelung, Urlaub
  • Versicherungsleistungen
  • Wie sieht es mit Kantine und sonstigen betrieblichen Einrichtungen aus?

Notiere alles, was du im Gespräch unbedingt fragen oder mitteilen möchtest. Lies das Stelleninserat, deine zusätzlichen Informationen über die Stelle und über die Firma (z. B. aus Internet und Firmenbroschüre) nochmals gründlich durch. Präge dir ein, was du in deinem Bewerbungsschreiben genannt hast. Wenn du dies nicht bereits getan hast: Formuliere in Gedanken, oder noch besser schriftlich, deine Kernkompetenzen und deine wichtigsten Motive für die angestrebte Stelle.

Planung am Tag zuvor

Viele Vorstellungsgespräche scheitern daran, dass die folgenden Punkte nicht beachtet werden:

  • Zum Vorstellungsgespräch darfst du auf keinen Fall unpünktlich erscheinen. Plane die Anreise so, dass du sicher nicht zu spät kommst. Das macht den Eindruck, dass du unzuverlässig bist. Mach dir deshalb im Vorfeld Gedanken über den Ankunftsweg und berechne Verzögerungen wie Zugverspätungen und Staus mit ein.
  • Merke dir den Namen deines Gesprächspartners und den genauen Treffpunkt.
  • Überlege dir, was du anziehen wirst. Am besten so normal wie möglich, beachte jedoch Gepflogenheiten der Branche.
  • Nimm alle wichtigen Unterlagen (in einer Mappe) mit: Stellenanzeige, eine Kopie des Bewerbungsschreibens inkl. Zeugniskopien, Einladungsbrief des Unternehmens etc.
  • Agenda, Schreibblock und einen Stift nicht vergessen, falls es etwas zu notieren gibt – zum Beispiel einen Termin für ein weiteres Gespräch.

Das Vorstellungsgespräch

Im Vorstellungsgespräch triffst du auf Personalfachleute oder auf direkte Vorgesetzte. Je nachdem wird vielleicht eine erlernte Interviewtechnik angewendet oder das Gespräch kann sehr individuell verlaufen. Bleib deshalb flexibel und halte nicht krampfhaft an deiner eigenen Strategie fest. Wichtig ist auf jeden Fall, dass du das Gespräch aktiv mitgestaltest und damit dein Interesse für die Stelle zeigst. Verwende dazu ruhig deine Notizen, man wird dies positiv zur Kenntnis nehmen. Wer verspürt schon keine Nervosität vor einem Vorstellungsgespräch? Helfen kann das Üben eines solchen Gespräches in einem Rollenspiel mit einer vertrauten Person oder ein vorbereitendes Gespräch, zum Beispiel mit einer Berufs– und Laufbahnberaterin.

Die Begrüssung:

  • Selbstbewusst anklopfen, so dass du gehört wirst.
  • Der erste Eindruck zählt! Sei höflich und freundlich!
  • Ein fester Händedruck zeugt von Willensstärke.
  • Die Personalfachleute mit „Sie“ ansprechen.
  • Erst nach der Aufforderung hinsetzen.

Während des Gesprächs:

  • Aktiv zuhören und auf die Fragen eingehen.
  • Den Namen des Gesprächspartners während des Gesprächs immer wieder einbringen.
  • Ist etwas unverständlich, höflich nachfragen. Das ist besser als verunsichert dazusitzen. Interesse zeigen.
  • Blickkontakt halten – das strahlt Selbstbewusstsein aus.
  • Auf das Sprechtempo achten – in der Aufregung spricht man oft zu schnell. Lege Wert auf eine klare Aussprache.
  • Sachlich und ehrlich bleiben sowie Gefühlsausbrüche vermeiden. Es ist wichtig, dass du von dem was du sagst, überzeugt bist.

Körpersprache

Laut wissenschaftlichen Untersuchungen gehen nur sieben Prozent des Eindrucks, den wir hinterlassen, auf das tatsächlich Gesagte zurück. Hier einige Tipps wie du deine Körpersprache bewusst positiv einsetzen kannst – und die deines Gegenübers durchschaust.

  • Hände nicht verschränken, das wirkt verschlossen.
  • Mit dem Zeigefinger auf dein Gegenüber zu zeigen, ist ein Zeichen für Aggression und schreckt ab.
  • Kurzes spitzen der Lippen: Das gerade Gesagte wird genau überprüft.
  • Zeigen deine Füsse zum Gegenüber, zeigt dies Interesse. Zeigen deine Füsse vom Partner weg, schiebt man damit ein Argument oder ein Angebot zur Seite.

Achte im Gespräch auf folgende Punkte:

  • Verhalte dich so natürlich wie möglich, spiele keine aufgesetzte Rolle.
  • Gehe offen auf dein Gegenüber zu, zeig dein Interesse.
  • Halte einen guten Augenkontakt ohne ihn oder sie dabei anzustarren.
  • Höre gut zu, unterbrich dein Gegenüber nicht und frage bei Bedarf nach.
  • Beantworte Fragen möglichst klar, konkret und ehrlich, jedoch nicht ausschweifend.
  • Begründe deine Kompetenzen möglichst mit konkreten Beispielen.
  • Mache Vorschläge, wie sich mögliche Schwächen beheben lassen, z. B. durch Weiterbildung.
  • Bleib so gelassen wie möglich und lass dich nicht zu einer vorschnellen Reaktion provozieren. Eine Gesprächspause zum Nachdenken wirkt positiv.
  • Mache keine negativen oder gar abfälligen Bemerkungen über frühere Arbeitgeber/innen, Vorgesetzte oder Mitarbeitende.
  • Achte darauf, dass alle deine Fragen beantwortet sind, mache ruhig Notizen.

Offene Fragen zum Lohn und den übrigen Anstellungsbedingungen werden eher gegen Ende des Gespräches, vielleicht sogar in einem Folgegespräch behandelt. Vereinbare zum Schluss eine Bedenkzeit und kläre das weitere Vorgehen, z. B. einen neuen Termin.

Lohnvorstellungen

Die Frage nach deinen Lohnvorstellungen wird recht oft gestellt. Damit du nicht überrascht bist, informiere dich über das ungefähre Lohnniveau der ausgeschriebenen Stelle. Eine gute Hilfe dazu bieten folgende Tools:

Je nach Branche erhältst du auch bei Verbänden Auskunft und auch Jobportale führen Lohnstatistiken.

Nach dem Vorstellungsgespräch

  • Warte darauf, bis der/die Vorgesetzte dich auffordert, oder Anzeichen dazu macht, aufzustehen.
  • Bedanke dich recht herzlich und erwähne, dass es dich gefreut hat, hierher zu kommen, um dich vorzustellen.
  • Frage nach, in welcher Zeitspanne du einen Bescheid erwarten darfst.

Deine persönliche Auswertung

Nach dem Gespräch liegt es auch an dir, Bilanz zu ziehen. Wie beurteilst du das Gespräch als Ganzes? Wie gefallen dir die Stelle und die Firma? Welchen Eindruck hast du von der Abteilung und den Mitarbeitenden? Welche deiner Fragen konnten beantwortet werden und welche sind noch offen? Fragen über Fragen — notiere deine Erfahrungen und deine Beurteilung. Achte dabei neben den Fakten auch auf deine Gefühle, oft sagt „der Bauch“ ebenso die Wahrheit.

Die folgenden Themen werden dich beschäftigen:

  • Welchen Eindruck hast du — wie ist deine erster spontaner Gesamteindruck?
  • Welche Fragen sind offen geblieben? Wie können diese noch geklärt werden?
  • Wie bist du mit deinem Verhalten im Gespräch zufrieden? Was lässt sich deiner Meinung nach verbessern?
  • Was wirst du konkret im nächsten Gespräch anders machen, a) bei der Vorbereitung, b) im Gespräch selber?

Bilanz ziehen

Notiere deine positiven und negativen Eindrücke über die Stelle, die Firma und die Menschen, die du kennengelernt hast. Erstelle dir dazu ein Raster nach deinem Bedarf, damit du möglichst alle Fakten sowie deine Gefühle festhalten und vergleichen kannst. Der Vergleich zwischen mehreren Stellen fällt dir leichter, wenn du bei künftigen Bewerbungen den gleichen Raster verwendest.

Zusage oder Absage

Oft erhält man erst Tage nach einem Vorstellungsgespräch eine Zu– oder Absage. Absagen sind oft standardisiert und wenig aussagekräftig. Die Firma möchte bei dir mit einem guten Image in Erinnerung bleiben und zudem ist es aufwendig, die Absage individuell und konkret zu begründen. Die genauen Gründe können dir jedoch meistens weiterhelfen für künftige Bewerbungen. Rufe die zuständige Person an und stelle deine Fragen zu folgenden Themenbereichen:

  • Fachliche Kompetenzen: Schwächen, was fehlt, was könnte ich tun?
  • Persönliche Kompetenzen, persönlicher Eindruck: Was könnte ich wie verbessern?
  • Gründe: Was hat den Ausschlag gegeben für die Absage? Hält man mich grundsätzlich für geeignet für diese oder eine ähnliche Stelle/Funktion?
  • Bewerbungsunterlagen: Wie sind diese angekommen? Verbesserungsvorschläge?
  • Verhalten im Vorstellungsgespräch: Gesamteindruck, Verbesserungsvorschläge?
  • Allgemeines: War sonst etwas nicht ok? Kann man mir einen Tipp geben?

Vielleicht hast du ganz einfach Pech gehabt. Absagen gehören nun mal dazu, und die Firma kann letztlich aus vielen Bewerbungen nur einer Person eine Zusage erteilen. Verliere also nicht den Mut, wenn du eine Absage erhältst, und nimm diese auch nicht allzu persönlich. Wenn du viele Absagen erhalten hast, ist es möglicherweise sinnvoll, professionellen Rat zu suchen, zum Beispiel bei einer Berufsberatung.