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Home-Schooling – Fluch oder Segen?


Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 hat sich in allen Altersschichten vieles verändert. Vor allem veränderte sich vieles in meinem Schulalltag. Neu stand Home-Schooling auf der Tagesordnung.


aha-Jugendreporterin Hannah

Morgens aufstehen, Zähneputzen, sich fertig machen und mit dem Bus zur Schule fahren. Was seit Jahrzehnten der Normalität entsprach, veränderte sich innert einigen Wochen komplett. Die Schüler in Liechtenstein, und auch in zahlreichen anderen Ländern, erreichte plötzlich die Nachricht „Kein Präsenzunterricht mehr“. Die Situation mit dem Coronavirus war neu und niemand wusste wie man auf diese Krise richtig zu reagieren hat. Die plötzliche Einschränkung des Präsenzunterrichts kam für uns alle sehr unerwartet.

Online-Präsenzunterricht

Zu Beginn, als der ganze Unterricht online abgehalten wurde, musste man sich zuerst an die Umstellung gewöhnen. Von heute auf Morgen wurde alles anders: Wir waren den ganzen Tag zu Hause und die sozialen Kontakte wurden auf ein Minimum beschränkt. Für mich war vor allem der fehlende soziale Kontakt schwierig. Normalerweise treffe ich meine Freunde täglich, was zu dieser Zeit unmöglich war. Ich beschränkte meine sozialen Kontakte auf meine beste Freundin. Wir wohnen nebeneinander und trafen uns trotz der Pandemie regelmässig. Ich denke, wenn ich sie nicht gehabt hätte, wäre die erste Phase der Corona-Pandemie um einiges schwerer für mich gewesen.

Die ersten Tage und Wochen mit Home-Schooling verliefen alles andere als reibungslos, bis die ganze Klasse an den Onlinesitzungen anwesend war und jeder eine Verbindung aufbauen konnte. Dabei gingen immer viele Minuten von der eigentlichen Unterrichtszeit verloren. Die Schüler waren dazu gezwungen, die Aufgaben viel selbstständiger als sonst zu lösen und konnten nicht mehr, wie gewohnt, auf die Unterstützung der Lehrpersonen zählen. Wenn es Unklarheiten gab, nahm es viel mehr Zeit als sonst in Anspruch, diese zu klären.

Auch fiel es mir schwer, wirklich konzentriert zu bleiben. Oft erledigte ich andere Dinge oder machte meine Aufgaben nur halb patzig. Ich merkte wie meine Motivation immer mehr abnahm und dies auch starke Auswirkungen auf meinen weiteren Schulverlauf des letzten Jahres hatte.

Back to School

Nach einigen Wochen wurde der Präsenzunterricht teilweise wieder eingeführt. Es war nun wieder möglich, den Unterricht wie gewohnt durchzuführen, jedoch nur in kleinen Gruppen. Die eine Hälfte der Klasse hatte vormittags Unterricht, die andere nachmittags. Eines der Dinge, die ich wirklich gut fand. Dadurch, dass wir viel weniger Schüler in den Kleingruppen waren, war der Unterricht viel intensiver und wir konnten uns auch wieder besser konzentrieren. Auch nur halbtags zur Schule zu gehen, motivierte mich sehr und ich war wirklich produktiv in dieser Zeit.

Was ich darüber denke

Was den Nutzen des Home-Schooling angeht, klaffen die Meinungen extrem auseinander. Für viele Schüler war der Online-Unterricht sehr positiv, da sich jeder für seine Aufgaben so viel Zeit nehmen konnte, wie man brauchte und jeder individuell für sich arbeiten konnte. Für andere wiederum war die Zeit des Home-Schoolings sehr anstrengend, da man evtl. auf weitere Hilfe angewiesen war oder Fragen hatte, die nicht gleich beantwortet werden konnten.

Zudem denke ich, war ich nicht die einzige, die zu Hause auch schneller Mal abgelenkt war als in der Schule und automatisch angefangen hat, andere Sachen und Aufgaben dem Lernen und der Schule vorzuziehen. Die Motivation zum Lernen sinkt auch, indem man seine Schulfreunde nicht um sich hat, mit denen man normalerweise auch zusammen lernen könnte.

Ich denke, jetzt, da langsam wieder Normalität einkehrt, sind viele Schüler und Schülerinnen froh, dass wir am Unterricht in der Schule wieder teilnehmen dürfen und nicht mehr den ganzen Tag allein im gleichen Zimmer verbringen müssen. Wir Schüler schätzen es wieder mehr, die Möglichkeit zu haben, mit anderen zusammen zu lernen und soziale Kontakte zu pflegen.