Zum Inhalt springen

Tag der Pflege


Am 12. Mai findet jedes Jahr der Tag der Pflege statt, welcher ein internationaler Gedenktag ist. Dieses Jahr scheint er besonders wichtig.

 

 
 
aha-Reporterin Alexandra Juchler
aha@aha.li 

Tag der Pflege

Was kommt dir in den Sinn, wenn du das Wort “Pflege” hören? Sind es etwa Aussagen, wie “Hintern-Putzer”, “verschwendetes Potenzial”, “nichts für meine schwachen Nerven” oder auch “Stress, unterbezahlt, keine Zukunft”? Das sind Begriffe, die Pfleger schon mindestens einmal gehört haben und wahrscheinlich auch in ihrem Umfeld öfters damit konfrontiert wurden. Wie kann es aber sein, dass so ein wichtiger Job zwar respektiert, aber nie wirklich anerkannt wird?

Auch ich war früher vom Job als Pflegefachkraft nicht wirklich begeistert und die erwähnten Sprüche hätten wirklich auch von mir kommen können! Trotzdem befasste ich mich (freiwillig) in nächster Zeit mit der Pflege und las äusserst interessante Bücher, die meine Sicht auf Pflegefachkräfte grundlegend geändert haben…
Der 12. Mai markiert den Tag der Pflege, wo man die Arbeit allerlei Pflegenden würdigt, beispielsweise Hebammen, Altenpfleger*innen, Gesundheits- und Krankenpflegehelfenden und unzählige weitere Berufe. Solch eine Würdigung ist vor allem für das Pflegepersonal besonders wichtig, denn so erkennen sie, dass sich der Beruf trotz der harten Arbeit lohnt und die Motivation, uns zu helfen, noch da ist. Diese Ehrung ist zwar für viele kein grosses Thema, doch eines hat sich grundlegend geändert und somit auch die Sicht auf Pflege: Corona.

Pflege & Corona

Durch Corona hat sich nicht nur der Alltag ins Haus verlegt, sondern die Pflegekraft kam immer mehr in aller Munde. Würdigungen von jeder Seite und in manchen Ländern wie Deutschland wurden steuerfreie Boni für die Pflegekraft ausgezahlt, die zwischen 500 und 1500 Euro liegen.

Doch was hat sich nebst der steigenden Anerkennung noch im Alltag der Pfleger*innen geändert? Tragen von Masken galt auch früher als alltäglich, wurde aber wegen der zusätzlichen Massenpanik als Pflicht umgesetzt und in manchen Einrichtungen stehen auch COVID- 19 Tests an der Tagesordnung. Obwohl diese Massnahmen zum Schutz der Pfleger und Patienten sind, fördert nicht alles den seelischen Zustand der Patienten. Das Besuchsverbot macht vielen Patienten zu schaffen, vor allem Älteren, die wahrscheinlich ihre übriggebliebene Zeit mit ihrer Familie verbringen wollen. Ein bekanntes Beispiel dafür ist eine Frau, die in Kanton St. Gallen mit 109 Jahren verstorben ist, aber nicht, weil sie Corona-infiziert war. Sie war für ihr Alter topfit, aber was ihr wirklich zu schaffen machte, war die Selbstisolation und keine Besuche mehr von ihrer Familie.
Insbesondere im Bereich Altenpflege und Sterbehilfe ist der zwischenmenschliche Kontakt besonders wichtig, da ältere Personen öfters der Einsamkeit unterliegen und sich nicht verstanden fühlen. Umso mehr freuen sie sich, wenn eine Pflegekraft für sie Zeit hat, nicht um ihnen Medikamente zu verabreichen, sondern um mit ihnen zu reden und zu lachen. Was viele verkennen ist, dass Pflegepatienten auch nur Menschen sind und sich nach Zuneigung und Wärme sehnen. Genau diese Tatsache macht den Pflegeberuf um noch einen Grad härter. In den Arbeitstagen müssen die Pfleger sich um viele Patienten kümmern und da ein grosser Mangel an Azubis und Pflegern herrscht, gilt “einer für alle und keiner für einen”.
Zu viele Patienten und zu wenig Zeit sind die Ursache für Druck und Trauer in den Pflegeanstalten. Gerne würden Pfleger mehr Zeit mit ihren Patienten verbringen oder von ihrem Leben erfahren, und wir wissen, dass vor allem Ältere sehr gesprächsfreudig sind. Aber es gibt einfach zu wenig Pfleger. Umso bewundernswerter ist es, wie die Pfleger alles unter einen Hut bringen. Versorgung, Pflege, Empathie und auch Humor verleihen ihnen auch den Spitznamen “Engel auf Erden”.

Fazit

Unterschätzung, Mangel und ein geringer Verdienst machen die Pflege aus. Bis jetzt. Durch Corona haben die Menschen bemerkt, wie unglaublich wichtig dieser Job ist und dass uns jeder Zeit etwas zustossen könnte und wir daraufhin auf sie angewiesen sind. Darum ist der 12. Mai besonders wichtig, denn er zeigt uns, wie bedeutungsvoll Pfleger für unsere Gesellschaft sind, Corona hin oder her. Deswegen ist es wichtig, dass die Pflege von der Gesellschaft nicht mehr abgestempelt wird und wir mehr Leute für solch einen Beruf begeistern können. Wer also schon immer das Verlangen spürte, Menschen helfen zu wollen und viele tolle Erfahrungen mit sich zu bringen, für den wäre ein Beruf in der Pflege perfekt.

× Frag via WhatsApp!