Die wichtigsten Erkenntnisse zur psychischen Gesundheit an unseren Schulen Kürzlich hat die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) im Auftrag des Schulamts eine umfassende Studie zur psychischen Gesundheit und zum schulischen Wohlbefinden im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Befragt wurden Jugendliche am Liechtensteinischen Gymnasium sowie an den Real- und Oberschulen – aber auch Eltern und Lehrpersonen. Wir haben uns die Ergebnisse für euch genauer angesehen. Was läuft gut, wo drückt der Schuh und was müssen wir für die Zukunft lernen? Die gute Nachricht: Das Fundament ist stark Starten wir mit dem Positiven, denn das wird oft übersehen: Der grossen Mehrheit der Jugendlichen in Liechtenstein geht es gut. Hohe Lebenszufriedenheit: Über 80 % der Schülerinnen und Schüler sind mit ihrem Leben eher bis sehr zufrieden und rund 70 % schätzen ihren Gesundheitszustand als gut bis ausgezeichnet ein. Starkes soziales Netz: Ein riesiger Schutzfaktor ist das Umfeld. Die meisten Jugendlichen fühlen sich von ihren Familien und ihrem Freundeskreis enorm gut unterstützt. Wenn sie Probleme haben, finden sie meist jemanden, dem sie sich anvertrauen können. Wo es hakt: Stress, Druck und Erschöpfung Trotz des guten Fundaments zeigt die Studie auch deutliche Belastungen auf, die wir ernst nehmen müssen. Mentale Erschöpfung: Etwa die Hälfte der Jugendlichen berichtet von niedergeschlagener Stimmung in der Zeit vor der Befragung. Viele leiden unter Müdigkeit, Gereiztheit, Schlaf- und Konzentrationsschwierigkeiten. Mädchen und ältere Jugendliche sind stärker belastet: Bei fast allen Indikatoren zur psychischen Gesundheit – sei es Stress, Wohlbefinden oder Lebenszufriedenheit – weisen Mädchen deutlich negativere Werte auf als Jungen. Zudem nehmen die Belastungen bei beiden Geschlechtern mit zunehmendem Alter (besonders in der Übergangsphase zur Lehre oder weiterführenden Schulen) spürbar zu. Leistungsdruck als Dauerbegleiter: Der Stressfaktor Nummer eins ist die Schule. Viele Jugendliche spüren einen enormen Erwartungsdruck: 56 % haben das Gefühl, dass sehr viel Arbeit und Leistung von ihnen verlangt wird. Ausgrenzung ist real: Auch wenn physische Gewalt seltener ist, so ist soziale Ausgrenzung ein grosses Thema. An den Real- und Oberschulen geben 17 % an, mehrmals pro Monat oder häufiger absichtlich ausgeschlossen zu werden. Jugendliche berichten dabei leider auch von rassistischer Diskriminierung und fremdenfeindlichen Kommentaren. Die Social-Media-Falle: Rund 13 % der Jugendlichen zeigen eine problematische Nutzung von sozialen Medien. Das ständige Vergleichen, die Angst, etwas zu verpassen, oder die Flucht vor negativen Gefühlen ins Netz hängen eng mit einer schlechteren mentalen Gesundheit und Schlafmangel zusammen. Was nehmen wir aus der Studie mit? (Unsere Take-aways) Die Zahlen liegen auf dem Tisch. Doch was bedeuten sie für den Alltag in der Schule, in der Jugendarbeit und in den Familien? Jugendliche wollen (und müssen) mitreden! Viele Jugendliche wünschen sich mehr echte Mitsprachemöglichkeiten an ihren Schulen – sei es bei der Unterrichtsgestaltung oder bei Schulregeln. Wer das Gefühl hat, sein Umfeld aktiv mitgestalten zu können, fühlt sich weniger ohnmächtig. Echte Partizipation ist ein direkter Booster für die psychische Gesundheit. „Life Skills“ sind genauso wichtig wie Mathe und Deutsch Da der Druck hoch bleibt, brauchen junge Menschen Handwerkszeug, um damit umzugehen. Es braucht mehr niederschwellige Angebote, um „Lebenskompetenzen“ zu trainieren: Wie gehe ich mit Stress um? Wie reguliere ich meine Gefühle? Wie stärke ich mein Selbstvertrauen?. Besonders Massnahmen, die gezielt auf die Bedürfnisse von Mädchen und jungen Frauen zugeschnitten sind, drängen sich hier auf. Das Tabu brechen: Reden hilft! Psychische Gesundheit darf kein Scham-Thema mehr sein. Jugendliche geben an, dass sie sich mehr Aufklärung wünschen, um beispielsweise nicht verurteilt zu werden, wenn es ihnen schlecht geht. Schulen, Familien und Jugendzentren müssen Orte sein, an denen offen über Überforderung, Ängste oder auch einen ungesunden Handykonsum gesprochen werden kann – ohne sofortige Bewertung. Hinschauen bei Mobbing und Ausgrenzung Ein gutes Klassenklima entsteht nicht von allein. Die Ergebnisse zu Ausgrenzung und Mobbing zeigen, dass hier weiterhin aktiv hingeschaut werden muss. Es braucht den Einsatz aller, um ein Umfeld zu schaffen, in dem Vielfalt akzeptiert und niemand an den Rand gedrängt wird. Fazit: Liechtensteins Jugend hat viele Stärken und ein tolles Umfeld. Aber der Druck durch Schule, digitale Welten und die eigenen Erwartungen ist enorm. Nehmen wir die Ergebnisse als Ansporn: Hören wir den Jugendlichen zu, geben wir ihnen Raum zur Mitgestaltung und stärken wir gemeinsam ihre mentalen Abwehrkräfte! Habt ihr das Gefühl, euch wächst alles über den Kopf? Das aha und viele weitere Anlaufstellen in Liechtenstein sind für euch da – vertraulich, kostenlos und unkompliziert. Präsentation: Zusammenfassung Psychische Gesundheit Schulen Audio-Zusammenfassung: In 12 Minuten die wichtigsten Fakten erklärt: http://aha.li/wp-content/uploads/2026/03/Was_Liechtensteiner_Schueler_wirklich_belastet-converted.mp3 Deep-dive (16 min.): Was Schüler fühlen und Lehrer nicht sehen. http://aha.li/wp-content/uploads/2026/03/Was_Schueler_fuehlen_und_Lehrer_nicht_sehen-converted.mp3 Hinweis:: Der Beitrag, die Audio- & Videoclips und die Präsentation wurde mit NotebookLM (Künstlicher Intelligenz) erstellt. Als Quelle diente die zitierte Studie „Psychische Gesundheit der Schüler:innen auf der Sekundarstufe I (Zyklus 3) im Fürstentum Liechtenstein. Resultate der Online-Befragungen bei Schüler:innen, Eltern und Erziehungsberechtigten sowie Schulmitarbeitenden an Real- und Oberschulen“ Weitere ArtikelWege aus dem digitalen SchönheitswahnJugend & PolitikDie Zukunft des FliegensSelbstverletzendes VerhaltenMit Kindern über Medien redenQuantencomputer - Die nächste Generation von Computern Zuletzt aktualisiert: 03/2026