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Häufige Fragen zu illegalen Drogen


Häufige Fragen

 

  1. Was passiert, wenn ich verschiedene Drogen miteinander konsumiere?

Wenn verschiedene Substanzen gleichzeitig oder kurz nacheinander konsumiert werden, spricht man vom Mischkonsum. Dieser ist allerdings äusserst riskant da die Wirkung nicht mehr abgeschätzt werden kann und sich die einzelnen Effekte gegenseitig beeinflussen und verstärken können. Es besteht ein grosses Risiko, unangenehme bis lebensgefährliche Wirkungen zu erzielen (starke Belastung des Herz-/Kreislaufsystems, Überdosierungen, Ohnmacht, erhöhte Gefahr der Auslösung einer Psychose, Austrocknung des Körpers, Kreislaufkollaps, Krampfanfälle, Blackout, Filmriss, und ähnliches). Besonders der Konsum von Alkohol vor, während oder nach dem Konsum anderer Substanzen ist gefährlich. Welche Wechselwirkungen welche Drogen genau auslösen, kannst du hier nachlesen.

 

  1. Was sind K.-o.-Tropfen?

K.-o.-Tropfen sind auch unter den Namen Liquid Ecstasy, GHB oder GBL bekannt. Die Wirkung von K.-o.-Tropfen ist mit den Effekten von Alkohol vergleichbar: Schwindel, Übelkeit, Erinnerungslücken und eine euphorische Stimmung. Die Opfer werden praktisch willenlos und sind dadurch leicht zu manipulieren. Somit werden sie zur leichten Beute für die Täter, welche dann vermeintlich ihre Hilfe anbieten, um das Opfer dann nach draussen oder an einen anderen Ort zu bringen.

 

  1. Was ist eigentlich ein „Speedball“?

Unter „Speedball“ wird der Mischkonsum von Heroin und Kokain verstanden. Dieser Mix gilt als besonders gefährlich und hat schon viele Todesfälle verursacht.

 

  1. Aus was wird eigentlich Haschisch gemacht?

Haschisch wird aus dem Harz des indischen Hanfs (Cannabis) gewonnen, Marihuana dagegen aus dessen Blüten und Blättern. Beides wird mit Tabak gemischt geraucht, wird aber zum Teil auch in Hanf-Kuchen und anderen präparierten Speisen konsumiert.

 

  1. Wie lange können Drogen im Körper nachgewiesen werden?

Drogen können in verschiedenen Körperteilen und Flüssigkeiten nachgewiesen werden. So zum Beispiel in allen Körperhaaren, im Urin oder auch im Blut. Grundsätzlich ist ein Nachweis nach zwischen 1 Tag bis zu mehreren Wochen nach dem Konsum möglich.

Die Nachweisbarkeit der Drogen hängt ab von der konsumierten Menge, der Häufigkeit des Konsums, der verstrichenen Zeit zwischen Konsum und Drogentest, den Nachweisgrenzen des Testverfahrens, dem individuellen Abbau der Drogen und der allgemeinen körperlichen Verfassung.

Wie die genaue Nachweiszeit bei welcher Droge aussieht kannst du hier nochmals genau nachlesen.

 

  1. Verursacht Ecstasy Hirnschäden?

Internationale Studien haben gezeigt, dass Hirnschädigungen schon ab einer Dosis von ca. 500 mg MDMA/Ecstasy – also ca. 3 bis 4 Pillen – sehr wahrscheinlich sind. Nur wer ganz vorsichtig dosiert, senkt das Risiko einer Hirnschädigung.

 

  1. Wie hoch ist das Suchtrisiko beim LSD-Konsum?

Beim LSD-Konsum geht die Gefahr von der psychischen Abhängigkeit aus, da der Konsum bereits vorhandene psychische Probleme verstärken und Krisen auslösen kann, für deren Bewältigung medizinische oder psychiatrische Hilfe erforderlich wird. Von Experimenten mit LSD ist abzuraten.

 

  1. Könnte es sein, dass die Amphetamine an meinen „Pickeln“ im Gesicht schuld sind?

Ja, die sogenannten Speed-Pickel gibt es tatsächlich, vor allem bei regelmässigen Konsumenten und Konsumentinnen. Das ist eine sehr unschöne Nebenwirkung. Aber auch sonst ist der Körper stark belastet: Amphetamin regt das Herz-Kreislauf-System sehr stark an: Puls und Herzfrequenz steigen, der „Motor“ überdreht und es kann zu Herzrasen, Bluthochdruck, Kollaps und Schlaganfällen kommen. Der Körper leidet innerlich und äusserlich.

 

  1. Hat Ecstasy Einfluss auf die Wirkung der Antibabypille?

Ob Ecstasy einen direkten Einfluss auf die Wirkung der Pille hat, ist nicht erwiesen. Trotzdem sollte einiges bedacht werden: Zu den möglichen Auswirkungen des Ecstasykonsums gehören auch Übelkeit und Erbrechen. Die Wirksamkeit der Pille kann durch die Einnahme von Drogen, insbesondere aber beim Auftreten von Übelkeit und Erbrechen, beeinträchtigt werden. Damit ist auch das Risiko, schwanger zu werden, grösser.

Weitere akute Risiken, die nach der Einnahme von XTC auftreten können, sind Konzentrationsstörungen und Desorientierung, die nach dem Konsum häufig noch lange anhalten. Das kann zur Folge haben, dass die Einnahme der Pille schlicht und einfach vergessen wird.

Wer sichergehen und auf den Konsum von Ecstasy nicht verzichten will, sollte zusätzlich Kondome benutzen. Die schützen nicht nur vor Schwangerschaft, sondern auch vor Geschlechtskrankheiten und Aids.

 

  1. Was passiert, wenn ich beim Gebrauch von illegalen Drogen in der Schule/von der Polizei erwischt werde?

Wenn ein Kind oder Jugendlicher beim Konsum oder Besitz von illegalen Drogen in der Schule erwischt wird, beurteilen die Lehrer oder Schulsozialarbeiter den einzelnen Vorfall und ergreifen die notwendigen Massnahmen (Gespräch mit dem/der betroffenen SchülerIn, Informieren der Eltern, Information an Jugendschutzbeauftrage/n, Anzeige bei der Landespolizei, o. ä.). Der Jugendschutzbeauftragte führt mit dem betroffenen Kind oder Jugendlichen sowie den Eltern ein Gespräch durch, informiert über Risiken dieses Verhaltens und ergreift bei Bedarf in Absprache mit den Eltern weitere Massnahmen. Die Liechtensteinische Staatsanwaltschaft hat die Anzeige gegen Kinder (bis 14 Jahre) wegen Strafunmündigkeit zurückzulegen, d.h. kein Verfahren einzuleiten. Bei Anzeigen gegen Jugendliche (Altersbereich 14 bis 18 Jahre) wird – wie bei Anzeigen gegen Erwachsene – ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, in welchem Informationen wie der genaue Sachverhalt, die Umstände (Erst- oder Mehrfachkonsum, Abhängigkeit usw.) erhoben werden und die angezeigte Person ausreichend untersucht wird. Anhand dieser Erhebungen wird dann entschieden, ob das gerichtliche Verfahren eingeleitet wird oder ob eine Einstellung des Verfahrens nach „Diversion” erfolgt. Bei einer Diversion kommt es zu einer Übernahme von bestimmten Pflichten durch den Jugendlichen in Form von gesundheitsbezogenen Massnahmen.

 

  1. Was tun, wenn Freunde Drogen nehmen?

Drogen können für eine Freundschaft eine grosse Herausforderung bedeuten. Sie können sie verändern und auf eine harte Probe stellen. Wenn du merkst, dass sich dein/e FreundIn anders verhält und sich verändert hat, solltest du jedenfalls das Gespräch mit ihm/ihr suchen. Sei ehrlich und sag ihm/ihr, dass du dir Sorgen machst. Betone auch, dass dir die Freundschaft wichtig ist und du sie nicht aufgeben möchtest. Dabei musst du dir im Klaren sein, dass du eventuell auch scheitern kannst, denn manchmal ist es gar nicht möglich, jemanden davon abzuhalten, Drogen zu nehmen. Lass dich auf keinen Fall dazu überreden, selbst Drogen zu nehmen. Wenn du dich überfordert fühlst, kannst du dir selbst Unterstützung und Rat bei einer Person deines Vertrauens oder einer Drogenberatung holen.

 

  1. Was sind Entzugserscheinungen?

Entzugserscheinungen treten auf, wenn jemand bereits abhängig ist. Dabei kann man körperliche und psychische Entzugssymptome unterscheiden. Intensität und Gefährlichkeit der Entzugserscheinungen sind je nach Droge unterschiedlich.

Körperliche Entzugserscheinungen treten dann auf, wenn der Körper sich durch die ständige Zufuhr der Droge bereits verändert und daran gewöhnt hat. Diese sind gekennzeichnet durch: Unruhe, Schweissausbrüche und Zittern, Schwächegefühl, Gliederschmerzen, Magenkrämpfe und Brechreiz, Kreislaufstörungen und massive Temperaturschwankungen bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen mit schweren Krampfanfällen und akuten Geistesstörungen.

Psychische Entzugserscheinungen entstehen, weil der erwartete Rausch ausbleibt. Das starke Verlangen nach der Droge wird dabei auch „Craving“ genannt. Dies wird begleitet von: Unruhegefühlen, Angst und depressiven Verstimmungen bis hin zu Selbstmordgedanken.

Je nach Droge erleben Konsumenten mehr oder weniger starke Entzugserscheinungen. Bei einer Heroinabhängigkeit sind die Entzugserscheinungen besonders intensiv, weshalb es den Betroffenen auch entsprechend schwerfällt, „clean“ zu bleiben.

 

  1. Soll ich eine Substanz ausprobieren, wenn ich Lust dazu habe?

Neugierig sein gehört zum „Menschsein“. Neue Erfahrungen machen und Sachen ausprobieren, ist wichtig für die eigene Entwicklung und gehört mit zum Erwachsenwerden. Aber auch die Fähigkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden und vernünftige Entscheidungen zu treffen sind Teil des Erwachsenwerdens. Man sollte sich immer gut überlegen, ob man die Neugierde oder die Vernunft bestimmen lässt. Psychoaktive Substanzen können deine Entwicklung behindern.

Vielleicht hilft es dir bei deiner Entscheidung, dir jeweils folgende Fragen vor dem Austesten zu stellen:

Wie geht es mir zurzeit im Alltag? Ist es wirklich ein guter Zeitpunkt um etwas auszuprobieren oder verschiebe ich das nicht besser auf später (z.B. wenn es in der Schule nicht mehr so streng ist oder ich ein wenig älter bin)? Was genau möchte ich ausprobieren?  Bin ich gut informiert über Wirkungen und Nebenwirkungen, die Risiken und das Suchtpotential der gewählten Substanz? Kenne ich die gesundheitlichen Auswirkungen? Ist die Substanz legal oder komme ich mit dem Gesetz in Konflikt?

 

  1. Was sind Designerdrogen?

Die Bezeichnungen Legal Highs („legale Rauschmittel“), Designerdrogen oder Research Chemicals stehen für Substanzen, die eine ähnliche Wirkung wie illegale Drogen haben, jedoch von der chemischen Zusammensetzung her abweichen.

Zu ihnen gehören Ecstasy, Amphetamine, Speed, Ketamin, Ephedrin, Lachgas, Poppers, Liquid Ecstasy, Methamphetamine wie Thai-Pillen, Yaba, Shabu, Ice, Cristal oder Substanzen welche nach ihren chemischen Formeln abgekürzt werden wie GHB, GBL, DXM, 2-CB, LSD, DOB, …

Durch die Bezeichnung Badesalze, Düngerpillen oder Kräutermischungen wirken sie harmlos und gesundheitlich unbedenklich, was sie allerdings keineswegs sind. Auf den Verpackungen ist nämlich nicht ersichtlich, welche Wirkstoffe sie tatsächlich enthalten. Das Risiko beim Konsum ist hoch, da der Mix giftig sein kann. Deshalb versucht das Gesetz die Designerdrogen, oder besser gesagt die darin enthaltenen Wirkstoffe zu verbieten. Dies ist allerdings eine unmögliche Aufgabe, denn kaum ist ein Wirkstoff verboten, taucht ein neuer, etwas veränderter Wirkstoff auf dem Drogenmarkt auf. Viele Drogenhändler haben mittlerweile das Internet für sich entdeckt. So werden sie auch für Jugendliche leicht verfügbar.

 

  1. Was sagt das liechtensteinische Betäubungsmittelgesetz über illegale Drogen?

Wer in Liechtenstein illegale Drogen (auch geringste Mengen) erwirbt, besitzt, erzeugt, einführt, ausführt, einem anderen überlässt oder konsumiert, muss mit einer Geld- bzw. einer Freiheitsstrafe rechnen. Auch das Lenken eines Fahrzeuges unter Einfluss von illegalen Substanzen ist verboten. Wird nun eine Person erstmalig wegen Konsums einer geringen Menge illegaler Drogen angezeigt, so kann die Staatsanwaltschaft die Anzeige zurücklegen. Um abzuklären, ob Therapiebedürftigkeit vorliegt, muss sich der Betroffene einer ärztlichen Untersuchung unterziehen. Der gesetzliche Umgang mit Konsumenten von illegalen Drogen ist geprägt durch den Grundsatz „Therapie statt Strafe”. Mit anderen Worten: Die Hilfe sollte im Vordergrund stehen. Für den Handel mit illegalen Drogen gelten jedoch harte Strafen. Am 1. Januar 2007 wurde in Liechtenstein die Diversion eingeführt. Diese bezeichnet eine Reihe von Massnahmen, die von der Staatsanwaltschaft bei leichteren Delikten angeordnet werden können und den Verzicht auf die Durchführung eines formellen Strafverfahrens oder die Beendigung eines solchen ohne Schuldspruch ermöglichen. Der Betroffene muss einer Diversion zustimmen und sich im Rahmen derer zur Erbringung bestimmter Leistungen wie gemeinnützige Arbeiten, Zahlung eines Geldbetrages, Probezeit mit Pflichten oder Absolvierung einer Therapie verpflichten. Durch die Diversion wird eine Vermeidung der stigmatisierenden Wirkung eines Strafurteils und ein effizienteres Entsprechen der Interessen des Tatopfers angestrebt.

 

Links

Auf den folgenden Websites findest du weitere nützliche Informationen, Selbsttests, Quiz, Videoclips und vieles mehr zum Thema illegale Drogen: